Anzeige

Filme über Barschel, Rosenthal und Grzimek: Degeto meldet sich zurück

Bildschirmfoto-2014-04-16-um-15.53.18.png

Nach Jahren der Krise will die Produktionsfirma Degeto dieses Jahr wieder ein Zeichen setzen. Die Filmtochter der ARD kündigt für 2014 rund 100 Drehstarts an, darunter einen Barschel-Film und Biopics über Hans Rosenthal und Bernhard Grzimek. Die Degeto will laut Chefin Christine Strobl "Anlaufstelle für die besten Produzenten-Ideen" werden.

Anzeige
Anzeige

Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl und ihr Redaktionsleiter Sascha Schwingel schauten zufrieden aus am vergangenen Dienstag. Sie hatten zu einer Pressekonferenz geladen, um über neue Produktionsprojekte zu informieren. Die gute Nachricht: Die Degeto meldet sich nach beträchtlichen Finanzproblemen zurück – und will wieder investieren.

Gemeinsam mit acht Redakteuren hat Redaktionsleiter Sascha Schwingel Drehbücher gewälzt und an Ideen gearbeitet. Das Ergebnis: Für dieses Jahr kündigt die Degeto 100 Drehstarts an und darf 98 Sendeplätze im Programm des Ersten füllen. Davon soll es allein 80 Erstausstrahlungen geben, so Strobl. Für den Sommer gibt sie das Versprechen: „Das Erste wird der Kino-Sender“. Dabei sollen zuerst einmal aber Lizenzkäufe wie „Ziemlich beste Freunde“ oder „Cloud Atlas“ beitragen. Mit „3097“, der Verfilmung des Lebens von Natascha Kampusch,  kommt auch eine Degeto-Co-Produktion zur Ausstrahlung.

Die Degeto, früher unter Hans-Wolfgang Jurgan vor allem für seichte Freitagabendkost bekannt, will auch wieder mit eigenen Projekten durchstarten. Strobl und Schwingel planen einen Politthriller über den Politiker Uwe Barschel, sowie zwei Biopics über das Leben von TV-Moderator Hans Rosenthal und Tierfilmer Bernhard Grzimek. Historie steht im Fokus der „neuen“ Degeto. Unter Ex-Geschäftsführer Jurgan war die „alte“ Degeto-Strategie der Paketkauf. Letztlich bestellte die Degeto mehr Filme, als das Budget eigentlich hergab. Jurgan überzog die Budgets gnadenlos – und wurde schließlich suspendiert.

Anzeige

Die Zeiten seien nun vorbei, sagt Strobl. Sie ist die zweite Degeto-Chefin nach Jurgan. Vor ihr hatte Bettina Reitz, die dann zum BR ging, die Rettung der angeschlagenen Degeto verantwortet. Strobl sagte am Dienstag, sie komme mit den ihr zur Verfügung stehenden 250 Millionen Euro aus. Ein großer Teil der damaligen Fehlkäufe liege immer noch im Archiv. 2020 seien die Altlasten komplett abbezahlt, prognostizierte Strobl. 2015 soll der Großteil der Verbindlichkeiten vom Tisch sein.

Bis dahin will die Degeto am Produktionsmarkt längst wieder vorne mitmischen. „Wir müssen den Produzenten klar machen, dass wir die Anlaufstelle für die besten Ideen sind“, erklärte Strobl. Das gleiche gilt für Kinoproduktionen, an denen sie sich wieder mehr beteiligen will. In letzter Zeit sei es so gewesen, dass sich die Degeto erst nach Abschluss der Produktionen finanziell beteiligt habe. „Wir müssen erreichen, dass die Produzenten vor Abschluss auf uns zukommen.“ Strobl machte deutlich: Mit ihr an der Spitze sollen neue Zeiten anbrechen. Die Degeto will mitwirken, nicht nur mit dabei sein.

Daher müssen weitere Prestigeprojekte her. Eines davon soll eine TV-Serie werden, die sie in Zusammenarbeit mit Kino-Regisseur Tom Tykwer realisieren will. „Babylon Berlin“, so der aktuelle Arbeitstitel der Krimireihe, soll in der Metropole der 1920er Jahre spielen. An ersten Entwürfen habe man bereits gearbeitet, so Schwingel. Die Produktion des Mammutprojektes werde einen zweistelligen Millionenbetrag einfordern. „Das Projekt sehen wir als internationale Zusammenarbeit“, erklärte Strobl. Ein Partner ist noch nicht gefunden. Zu viel Zeit wollen sich die Produzenten aber nicht lassen. „Wenn wir es angehen, dann schnell“, sagte Schwingel. Der Drehstart in 2015 sei realistisch. Ins TV soll „Babylon Berlin“ dann 2016 kommen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*