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Millionenschwere Imagekampagne: ADAC will wieder der „Gelbe Engel“ sein

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Pannenhilfe in eigener Sache: Der ins Taumeln geratene ADAC versucht wieder auf die Beine zu kommen. Laut Handelsblatt soll eine millionenschwere Imagekampagne helfen, den Gelben Engel wieder aufleben zu lassen. Im Mittelpunkt sollen die "klassischen Serviceleistungen" stehen, der Club will "zurück zum Kern".

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Der größte Automobilclub Deutschlands will sich nach dem Rücktritt von Präsident Peter Meyer auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Um nach dem Betrugsskandal um den Autopreis „Gelber Engel“ seinen bis dahin guten Ruf wiederherzustellen, nimmt der ADAC einen Millionenbetrag in die Hand. Das will das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren haben. Ab Mitte Mai sollen in TV- und Hörfunk Spots geschaltet werden, in der die „klassischen Serviceleistungen“ im Mittelpunkt stehen. Ziel: Der ADAC will wieder ein Gelber Engel für die Autofahrer sein.

Der Autoclub will dabei kein Risiko eingehen. Den Zuschlag für die millionenschwere Kampagne hat laut Handelsblatt mit Serviceplan eine der größten Kommunikationsagenturen Deutschlands bekommen. Die Werbe-Experten entwickeln unter anderem für BMW, die Lufthansa oder auch Media Markt. Die Spots werden von der Serviceplan-Tochter Mediaplus realisiert. Ein erster Imagefilm sei bereits fertig produziert und werde gerade finalisiert. Laut Handelsblatt soll die gesamte Kampagne nach der ADAC-Hauptversammlung am 7. Mai in Saarbrücken starten.

Manipulationen beim „Gelben Engel“: größte Krise in der Verbandsgeschichte

Die Kreativ-Beauftragten von Serviceplan sollen den Automobilclub wieder mit seinem alten Markenkern, dem Pannenservice für Autofahrer, etablieren. Der ADAC verlor in den vergangenen Monaten rund 300.000 seiner Mitglieder. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Kommunikationschef und Motorwelt-Chefredakteur Michael Ramstetter die Teilnehmerzahlen beim Autopreis „Gelber Engel“ über Jahre hinweg manipuliert hat. Nach dem Betrug an den eigenen Mitgliedern musste erst Ramstetter selbst, später Präsident Meyer und Geschäftsführer Karl Obermair gehen. Seit Februar versucht der ADAC, sein demoliertes Image zu rettenKritiker sehen im ADAC keinen Verein mehr, sondern einen Konzern, der neben dem Pannendienst auch zahlreiche Leistungen anbietet, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben.

ADAC-Sanierung läuft
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Neben der Kampagne für die Außenwahrnehmung versucht sich der ADAC auch intern neu zu ordnen. Die Sanierung hat Interimspräsident August Mark übernommen. In der vergangenen Woche trat zudem KPMG-Manager Thomas Kagemeier in die Geschäftsführung ein. Vervollständigt wird die Führungsspitze von Mahbod Asgari und Marion Ebentheuer – als erste Frau in der obersten Etage.

Des Weiteren existiert seit diesem Jahr ein Beirat, der aus Unternehmer Jürgen Heraeus, Verfassungsrechtler Jürgen Papier, Politikwissenschaftler Rupert Graf Strachwitz und Transparency-Chefin Edda Müller besteht. An weiteren Compliance-Strukturen arbeitet die Anwaltskanzlei Freshfields, zudem hat der ADAC mit CNC neue Kommunikationsexperten engagiert. Auch die Vereinsaufgaben sollen in Zukunft von den wirtschaftlichen Tätigkeiten getrennt werden. Seit vergangenem Monat seien sieben Arbeitsgruppen damit beschäftigt, Strukturen, Leistungen und Produkte neu zu definieren. Bei der Mitgliederversammlung am Endes dieses Jahres soll dann ein großes Reformpaket verabschiedet werden.

Der ADAC wollte gegenüber dem Handelsblatt keine Stellungnahme zu der geplanten Imagekampagne abgeben.

(ms)

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