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„Der Hammer“: der Münster-„Tatort“ im MEEDIA-Check

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Der Klamauk ist vorbei: Zum 25. Jubiläum finden Thiel und Boerne endlich eine neue Balance zwischen lustig und ernst. So böse wie „der Hammer“ war lange kein Münster-„Tatort“ mehr. Das tut vor allem den Star-Ermittlern gut. In ihren besten Momenten erinnert die schwarze Krimi-Komödie sogar an den bösen Witz der Coen-Brüder.

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Die Story: Ein selbst ernannter Superheld versetzt die Mordkommission der Kripo Münster in Angst und Schrecken. Seine Opfer beschießt er erst mit einer mit Säure gefüllten Wasserpistole und erschlägt sie dann. Schnell ist klar: Er bringt alle Hintermänner eines geplanten Flatrate-Puffs um.

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Die Story hinter der Story: Das zweite Opfer des Hammers ist ein Zuhälter, der von Schlagerstar Frank Zander gespielt wird. Das ist in sofern pikant, weil Til Schweiger dem Münster-„Tatort“ noch immer vorwirft nur deshalb eine bessere Quote als sein eigener erster „Tatort“ geholt zu haben, weil Schulzenkönig Roland Kaiser mitspielte. Seine Theorie: Es haben ein paar Schlagerfans mehr beim Krimi eingeschaltet und deshalb machten Thiele und Boerne das Quoten-Rennen. Jetzt tritt also wieder ein Schlager-Mann auf. Und was macht die Regie? Sie metzelt ihn gleich nieder. Das ist ein klares Statement.

Sind die Ermittler in Form? Das Paar Thiel und Boerne feiert Silberhochzeit. Tatsächlich ist ihr Umgang schon lange von viel Routine, statt Experimentierfreude geprägt. Das ist aber nicht schlimm. Immerhin ermitteln sie am Sonntagabend. Da wollen die Menschen verlässliche Unterhaltung. Das liefern die beiden. Diesmal wieder auf Top-Niveau.

Der Satz zum Mitreden bzw. Mitstreiten: Das stärkste Bild des Film ist die letzte Einstellung. Schauen Sie den Krimi unbedingt bis zur letzten Sekunde. Da wird jedem Zuschauer mit nur einem Blick klar: Kommissar Thiel ist eigentlich ein Superheld.

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Was taugt das Drehbuch? Dieser perfekte Mix aus Humor, Spannung und Tiefgang kommt Ihnen bekannt vor? Bestimmt. Für das Buch und die Regie war Lars Kraume verantwortlich. Er renovierte bereits mit genau diesen Zutaten das Frankfurter Team um Joachim Król und Nina Kunzendorf.

Gossip-Schnippsel: Mit dieser Hintergrund-Info können Sie punkten: Wenn Sie Eindruck bei ihren Kollegen machen wollen, dann sagen sie gleich, dass die Idee mit Säure-Wasserpistole geklaut war. In der zweiten „Luther“-Staffel kommt sie bereits aufs grausamste zum Einsatz.

Eher peinlich: Wirklich misslungen ist nicht eine Szene.

Offene Fragen: Wer ist der Hammermörder wirklich? Es gelingt der Regie nicht, den Menschen hinter der lächerlichen Verkleidung zu zeigen.

Fazit: Dieser Film zeigt. Schon bald müssen sich Liefers und Prahl entscheiden. Eigentlich ist das Fernsehen mittlerweile zu klein für sie. Die logische Erweiterung wäre ein Kino-Film – und auch der hätte beste Erfolgsaussichten.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10: 8

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