Anzeige

Lebensfreude statt Krisengerede: Die Jahresbilanz der Zeitschriftenverleger

VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer
VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer

Die Zeitschriftenverleger wollen sich sichtlich nicht mehr von der Litanei über fallende Auflagen und Werbeumsätze runterziehen lassen. Der Verband VDZ wartete auf seiner Jahrespressekonferenz mit positiven Botschaften auf. Die Rede war von "Rekordreichweiten", stabilen Umsätzen und guten Aussichten für digitale Geschäftsfelder.

Anzeige
Anzeige

Den Jahresumsatz aller Verlage über alle Geschäftsfelder im In- und Ausland hinweg beziffert der VDZ mit 14,85 Milliarden Euro, wovon 10,81 Milliarden Euro im Inland erwirtschaftet würden. Bisher gab der VDZ einen Gesamtumsatz von gut 7,2 Milliarden Euro an. Der Sprung wird damit begründet, dass nun alle Geschäftsfelder der Verlage in die Zahl mit einfließen, dies sei vorher nicht der Fall gewesen. Nach dem bisherigen Bemessungsprinzip hätten die Verlage ein leichtes Plus erzielt, teilt der VDZ auf Nachfrage mit.

Das Anzeigengeschäft verzeichnete laut VDZ-Statistik ein Umsatzminus von 1 Prozent (Brutto). Für 2014 wird ein Minus von 1,5 Prozent prognostiziert. Die Prognose für die Vertriebserlöse liegt bei minus 0,5 Prozent im Vergleich zu 2013. Bisher können Verluste, die durch Auflagenrückgänge verursacht werden, durch Erhöhungen der Heftpreise ausgeglichen werden. Ebenfalls positiv wirkte sich der Start neuer Titel aus. Unterm Strich stieg im vergangenen Jahr die Zahl der mindestens quartalsweise erscheinenden Zeitschriften auf 1587. Laut VDZ ein „Allzeithoch“. Die Gesamtauflage aller pro Quartal verkauften Titel sank im Vergleich zu 2012 um 3 Prozent auf 106,4 Millionen Exemplare.

Eine Trendumfrage unter den Mitgliedsverlagen hat ergeben, dass für 2014 weiter mit leicht fallenden Print-Rückgängen zu rechnen sei. Gleichzeitig werde ein höherer Zuwachs mit Digitalgeschäften und sonstigen Geschäftsmodellen (Events, Seminare, Corporate Publishing, etc.) erwartet. Ganze 34 Prozent wollen die Verlage bereits 2014 mit digitalen und sonstigen Geschäften erlösen. Besonders im Trend: Mobile und Bewegtbild. Eine Mehrzahl der Verlage erwarte auf diesen Feldern Zuwächse. Alles andere wäre allerdings auch ein schlechtes Signal.

Anzeige

Die medienpolitische Agenda des VDZ ist wie immer voll – die Themen lauten: EU-Datenschutznovelle (behindere die Pressefreiheit und z.B. Abo-Marketing), Werbeverbote (sollen weiter möglichst verhindert werden), Kartellrecht (müsse sich lockern, sagt VDZ-Chef Stephan Scherzer), Google-Verfahren (der Kompromissvorschlag von Google an die EU dürfe nicht durchgehen).

Als Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Zeitschriften hat VDZ-Chef Stephan Scherzer Qualität, Nutzwert, Relevanz sowie „die lebensbejahende und unterhaltende Seite der Zeitschriften“ ausgemacht. Zeitschriften seien „lean-back“-Medien. Der VDZ hat dagegen ganz offensichtlich in einen „lean forward“-Modus geschaltet. Seit einiger Zeit mehren sich die Stimmen innerhalb der Verlags- und Verlegerkreise, die Branche rede sich zunehmend „selber schlecht“. Diesen Eindruck wollte der Verband in diesem Jahr offensichtlich erst gar nicht aufkommen lassen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*