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„Der digitale Doppelpass ist bei RTL längst ein fester Spielzug“

Markus Brauckmann, Leiter Unterhaltung bei RTL interactive
Markus Brauckmann, Leiter Unterhaltung bei RTL interactive

Markus Brauckmann ist seit Oktober 2013 Redaktionsleiter Unterhaltung bei RTL interactive. Der 44-Jährige ist verantwortlich für die noch engere Verzahnung von TV und Second Screen-Angeboten. Bei populären TV-Events wie dem Dschungelcamp oder "DSDS" funktioniert die Übersetzung bereits sehr gut - aber wie sieht es etwa bei Serien aus? Worauf es bei der Konzeption ankommt, verrät der Diplom-Politologe im Interview mit MEEDIA.

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Herr Brauckmann, Sie sollen die Unterhaltung bei RTL vom TV-Schirm ins Netz leiten. Wie genau geht das?
Zu meinem Start habe ich ein tolles Team bei RTL interactive unter Leitung unseres Chefredakteurs Frank Müller vorgefunden. Unsere Stärke und gleichzeitig Herausforderung ist die Verbindung von linearen und non-linearen Inhalten. Wir entwickeln Inhalte für alle Plattformen und spielen diese auf allen Endgeräten aus. Die Aufgaben hier sind seit meinem Amtsantritt klar umrissen: Wir wollen uns noch enger mit den TV-Redaktionen des Hauses vernetzen und die digitale Entwicklung weiter mutig gestalten. Dazu gehört selbstverständlich auch der fruchtbare Austausch mit den Produktionsfirmen. Die Lust auf das Neue, so mein erster Eindruck, ist überall zu spüren.

Wie äußert sich das?
Wir werden inzwischen sehr, sehr früh von den TV-Kollegen in die Planungen zu einem Format einbezogen, damit sich die interaktiven Elemente stimmig in die TV-Sendung einfügen. Dieser digitale Doppelpass ist längst ein fester Spielzug in der Arena der Mediengruppe RTL Deutschland. Da ist es enorm hilfreich, dass wir in Deutz alle unter einem Dach werkeln. Ich kenne ja noch den alten RTL-Sitz an der Aachener Straße, als man von einer solchen Synergie nur träumen konnte.

Lässt sich diese „Lust auf das Neue“ denn an den Nutzerzahlen ablesen?
Wir hatten einen starken Start ins neue Jahr mit einer herausragenden RTL-Dschungelshow im TV, was sich bei uns auch in den hohen Nutzungszahlen der maßgeschneiderten Webangebote spiegelte. Der zurückliegende Januar war unser bester Monat hinsichtlich Visits im Unterhaltungsbereich bei RTL.de. Und beim Flaggschiff DSDS liegen wir mit einem Plus von über 80 Prozent gegenüber der Vorjahresnutzung und Verfünffachung im Bereich Social Media Aktivitäten sehr gut im Rennen. Generell gilt: Formate, die im TV eine starke Performance entwickeln, laufen auch im Web erfolgreich, wenn man den Usern die geeigneten Angebote macht – vor, während und nach der Sendung. Daran arbeiten wir sehr hart.

Was erwarten die TV-Zuschauer denn überhaupt an fortführenden Angeboten im Internet?
Die Online-Angebote müssen einen echten, einen erfrischenden Mehrwert bieten. Anders ausgedrückt: Wir müssen das emotionale Fernseherlebnis im digitalen Raum verlängern und intensivieren.

Beispiele sind?
Dafür stehen ganz aktuell drei Erfolgsformate exemplarisch: Alle Inhalte rund um DSDS werden stark nachgefragt, der Bachelor funktionierte online prima, wie die Verdoppelung der Zahl der Facebook-Fans während der Staffel zeigte, und auch die digitale Aufbereitung der Shopping Queen für Vox macht uns viel Freude. Besonders gut angenommen werden auch inhaltliche Elemente, wo User sich zu Geschmacksfragen äußern können bzw. urteilen. Ein schönes Beispiel dafür findet sich bei der gerade angesprochenen Shopping Queen: Hier wählen die Nutzer unserer Vox Inside-App wöchentlich ihre ganz persönliche Shopping Queen – das Ergebnis sieht man dann in der abschließenden Freitags-Folge im TV. Und natürlich bieten wir rund um das Programm unserer Sendermarken jede Menge exklusiven Content. Beim Dschungelcamp hatten wir eine Kollegin vor Ort in Australien, die uns mit Informationen und Bildern beliefert hat, die sonst kein anderes Medium hatte. Diese Inhalte tragen auch maßgeblich zum Social Media-Erfolg bei: Das Dschungelcamp hat inzwischen mehr als eine Million Fans auf Facebook.

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Funktioniert Social-TV nur mit Event-TV oder auch mit klassischen Serien?
Grundsätzlich eignen sich Live-Showevents eher zur Interaktion der Zuschauer. Aber auch bei Serien nutzen wir die Möglichkeiten. Zum Start der RTL-Produktion „Schmidt – Chaos auf Rezept“ haben wir vorab ausgewählte Teile der Drehbücher im Netz präsentiert und parallel dazu die entsprechende Videosequenz gezeigt – als Service für und Verneigung vor den Serienfans – auch wenn sich am Ende der Erfolg im TV leider nicht einstellte. Für „The Blacklist“ haben wir in enger Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma ein spannendes Facebook-Spiel in deutscher Sprache ins digitale Schaufenster gestellt. Aber natürlich gelingt nicht alles. Manche interaktive Idee, die wir mit heißem Herzen entwickelt haben, schafft es nicht ins Programm. Unserer Leidenschaft für die Sache tut dies aber keinen Abbruch. Das gehört zum Geschäft – genauso wie die Tatsache, dass wir immer ein Stück weit vom Erfolg eines TV-Formats abhängig sind.

Wovon wird abhängen, ob Entwicklungen für den Second Screen zum Standard für jeden Sender werden?
Wir wollen zusammen mit den Sendern und den Produzenten ein Bündnis schmieden, das die Nutzer unterhält und überrascht, erfreut und bereichert. Schon jetzt überlegen wir bei jedem Format ganz am Anfang seiner Entwicklung, wie die TV-Inhalte möglichst viel Kraft auf den verschiedenen Plattformen entwickeln können. Diesen Weg wollen wir konsequent weiter gehen.

Bleibt das TV denn überhaupt der First Screen?
Für uns ist es zunehmend egal, ob unsere Inhalte auf TV, PC, Tablet oder Smartphone genutzt werden, da wir sie überall und jederzeit verfügbar machen. Für uns gilt bei Second Screen Nutzung die Faustregel: Je kleiner das Device, desto persönlicher die Nutzung. Ich sehe das täglich bei meinen beiden Kindern. Auch für sie ist der Second Screen ideal geeignet, um sich zu TV-Formaten auszutauschen und Hintergrundinformationen zu finden. Wenn zusätzlich innovative Möglichkeiten zur Mitwirkung geboten werden, dann macht das noch mehr Spaß. In dieser Hinsicht freue mich in diesem Jahr besonders auf das Unterhaltungsformat „Rising Star“ – im Fernsehen und im Netz.

Interview: Martina Günther

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