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Programmie-Deal vor Durchbruch: Klambt darf mit Springer-Kredit ran

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Neuer Programmie-Verleger: Klambt-Chef Lars Rose

Die Übernahme eines großen Pakets von Programmzeitschriften der Axel Springer SE durch die Funke Mediengruppe ist offenbar einen Schritt weitergekommen. Bisher hatte das Bundeskartellamt Bedenken - Funke muss einige Titel weiterverkaufen. Als Käufer ist weiter der Klambt-Verlag gesetzt, der nun einen Kredit von Springer bekommen soll.

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Die Funke-Mediengruppe hatte sich schon seit einiger Zeit den in Familienbesitz befindlichen Klambt-Verlag (u.a. In, OK, 7 Tage) mit Sitz in Speyer ausgeguckt. Klambt wird von Lars Rose geführt – das mittelständische Unternehmen baut er seit einigen Jahren zu einem auf Expansion getrimmten Zeitschriftenverlag um.

Das Bundeskartellamt war indes unzufrieden mit der Art und Weise, wie insgesamt acht Titel an Klambt abgegeben werden sollten. So sollte Klambt dem Vernehmen nach Kredite von Springer und von Funke bekommen. Im Gegenzug hatte Klambt der Essener Verlagsgruppe weitgehende Rechte eingeräumt, in eine zu gründende Tochterfirma hineinzuregieren. Für das Kartellamt musste das Abkommen zwischen Funke und Klambt wie ein Strohmann-Geschäft aussehen.

Für Springer und Funke ist der Deal immens wichtig. Das Kartellamt hatte bereits Zustimmung zum Verkauf von zwei Regionalzeitungen und einem Schwung Frauenzeitschriften gegeben. Doch der Programmie-Markt ist schwieriger, weil es weniger Mitbewerber gibt. Mit der Kompletteübernahme der Titel hätte Funke laut Kartellamt eine zu große Marktmacht in diesem Segment auf sich vereint. Darum der Weiterverkauf an Klambt. Die weitergereichten Titel machen im Übrigen nur einen kleinen Teil des Gesamtpakets von 920 Millionen Euro aus – wichtig für Funke ist die Übernahme von Schwergewichten wie Hörzu.

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Wie das Handelsblatt am Montag berichtet, hat nun Springer angeboten, den Kredit für Klambt allein zu gewähren. Funke tritt als Kreditgeber damit nicht auf, sondern nur als Weiterverkäufer. Springer finanziert damit indirekt den eigenen Verkauf. Das Kartellamt ist offenbar mit dieser Regelung einverstanden. Kartellamt-Chef Andreas Mundt teilte am Montagnachmittag mit: „Die beiden Verlagshäuser sind auf unsere Bedenken eingegangen und haben die Zusage, bestimmte Titel an einen unabhängigen Dritten zu verkaufen, an den entscheidenden Stellen nachgebessert. Eine solche Zusage macht nur dann Sinn, wenn der Erwerber der Titel in der Lage ist, künftig als echter Wettbewerber aufzutreten.“

Abgeschlossen wäre das Hauptprüfverfahren damit noch nicht ganz. Denn wenn das Kartellamt grünes Licht gibt, müssen auch noch Wettbewerber eine Stellungnahme abgeben. Das wäre in diesem Fall beispielsweise Hubert Burda Media, die über die Verlagsgruppe Milchstrasse die TV Spielfilm verlegt.

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