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Autoflotte: Schon wieder Manipulationen bei Medien-Autopreis

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Nach der Affäre ist vor der nächsten Affäre. Wie Newsroom.de berichtet, hat die Fachzeitschrift Autoflotte (Springer Science + Business Media) die Verleihung ihres diesjährigen "Flotten Award" abgeblasen, weil es bei der Preisvergabe offenbar Manipulationen gab. Die Schuld gibt der Verlag - wie im Fall ADAC - einzig dem Chefredakteur der Autoflotte, der das Haus bereits verlassen hat.

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Geplant war die feierliche Verleihung des „Flotten Award“ für den 14. März. Teilnehmer und Gäste erhielten im Vorfeld eine Mail mit der Absage der Gala-Veranstaltung. Newsroom.de zitiert folgendermaßen aus der Mail: „Leider können wir die Veranstaltung in diesem Jahr doch nicht durchführen. Aufgrund der aktuellen Diskussion um Belobigungen und Preisverleihungen durch Leserumfragen oder sonstige Marktforschung wollen wir künftig sicherstellen, dass auch die von uns erhobenen Daten oder sonstigen Quellen aus den wir Daten beziehen, keinen Manipulationsverdacht unterliegen.“

Genau rückt Springer Automotive Media Verlagsleiter Ralph M. Meunzel nicht mit der Sprache raus, was und in welchemUmfang manipuliert wurde. Anders als im Fall ADAC wurde auch kein externer Dienstleister beauftragt, um die Sache zu untersuchen. Denn – leider, leider – seien Daten in erheblichem Umfang gelöscht worden. Pech gehabt, liebe Aufklärer … Der Chefredakteur von Autoflotte musste seinen Hut nehmen, andere Mitarbeiter und die Verlagsleitung hätten – selbstverständlich – von nix gewusst.

Die Umstände der Affäre bei Autoflotte gleichen jenen beim ADAC. Beim ADAC waren über Jahre hinweg die Abstimmungen zur Leserwahl der „Lieblingsautos der Deutschen“ der Mitgliederzeitschrift Motorwelt manipuliert worden. Der Motorwelt-Chefredakteur und ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter übernahm die Verantwortung und legte seine Posten nieder. Springer Automotive Media hat mehr „Glück“ als der ADAC, da im Falle ADAC die Manipulationen durch die Medien, genauer: die Süddeutsche Zeitung, aufgedeckt wurden. Trotzdem zog der ADAC noch die „Gelber Engel“ Gala mit den gefälschten Abstimmungsergebnissen durch.

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Bei der Autoflotte hat man aus dem katastrophalen Verlauf und dem Krisen-Missmanagement des ADAC offenbar gelernt. Die Gala zum „Flotten Award“ wurde flott abgesagt. Dass die Abstimmungsdaten aus der Vergangenheit leider nicht mehr da sind, dürfte man im Verlag auch nicht allzu sehr bedauern. Wer weiß, was man da noch gefunden hätte? Nach den Anfragen von Newsroom zur Sache hat Autoflotte sämtliche Websites zum Flotten Award im Internet gesperrt. „Access denied“ erscheint als Meldung, wenn man eine solche Seite aufrufen will. Im Adressfeld des Browser kann man aber noch lesen, welchen Titel die Websites ursprünglich hatten. Da ist u.a. zu lesen: „Flotten Award 2013 – staunen, jubeln feiern.“ Zum Feiern dürfte den Verantwortlichen mittlerweile nicht mehr zumute sein.

 

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