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Wie Kai Diekmann einen Mitarbeiter via Twitter “shanghaite”

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Der Himmel ist blau, das Gras ist grün und ein MEEDIA-Wochenrückblick ohne Kai Diekmann ist keiner. Diesmal gibt es die erstaunliche Geschichte wie sich der Medienbart in der badischen Provinz Gymnasiasten stellte und einen Mitarbeiter mitbrachte. Und sonst: Jan Böhmermann Festspiele, doppelte Zeilen und ein langsamer “Weltspiegel”.

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Im Fernsehen und in den Medien ist immer alles voll mit Helene Fischer. Und in medialen Twitterkreisen und Medien-Beobachtungseinrichtungen ist immer alles voll mit “dem Kai” (Copyright: der Bulo). Die Rede ist vom one and only Kai Diekmann, Hoodie-Träger, Bartträger und im Nebenjob Irgendwas bei der Bild-Zeitung. “Der Kai” war diese Woche in Freiburg und hat dort mit Gymnasiasten diskutiert. Über den Auftritt hat Manuel Lorenz von Fudder.de (das ist das Jugendportal der Badischen Zeitung) einen witzigen Text geschrieben: “Kuschel-Kai beim Teenie-Talk”. Der hat “dem Kai” so gut gefallen, dass er “dem Manuel” – natürlich – via Twitter einen Job in der Hauptstadt angeboten hat. In Berlin. Bei Springer. Beim Kai. Und was macht der Lorenz? Der nimmt an! Natürlich auch via Twitter. So läuft das heute mit der Jobsuche im Medienbiz. 

Und wie heißt das Hoch, das uns für dieses Wochenende Traumwetter beschert? Sie ahnen es vermutlich …

Es sind dies die Tage des Jan Böhmermann. Sein “Neo Magazin” wird in Kürze mit dem Grimme Preis ausgezeichnet, der notorisch nörgelige Medienjournalist Stefan Niggemeier hat (zu Recht!) eine Art Hymne auf Böhmermann, die Produktionsfirma Bild- und Tonfabrik und das “Neo Magazin” verfasst. Und jetzt hat Böhmermann in der Ausgabe am Donnerstag auch noch ProSiebens Show-Titan Stefan Raab wunderbar reingelegt, indem er ihm weismachte, das chinesische Fernsehen würde “TV total” kopieren. Sogar die ARD zieht vor diesem Böhmermann ihren Hut. Böhmermann hat einen Lauf, die Sendung ist prima und der Mann bedient intelligent und witzig die digitale Medien. Mönsch ZDF, jetzt lasst ihn halt ins Hauptprogramm!

Bei der ARD müssen sie sich hier und da noch an das halsbrecherische Tempo von diesem Internetz gewöhnen. Am Mittwoch hat ein Gericht in Ankara das bescheuerte Twitter-Verbot des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan aufgehoben. Martin Weiss von der ARD twitterte das mit diesem drolligen Teaser:

Ich bin schon richtig gespannt, was es am Sonntag Neues über die Aufhebung des Twitter-Verbots vom Mittwoch (!) geben wird. Gar nicht so leicht, bis dahin Spiegel Online und Co. komplett aus dem Weg zu gehen. Aber man will sich die Spannung ja nicht versauen.

Manchmal streiten sich Medienmenschen, wer denn jetzt zuerst auf die eine oder andere hammermäßige Super-Schlagzeile gekommen ist. Christian Lindner, digital beschlagener Chefredakteur der Rhein-Zeitung aus Koblenz ist da anders. Nämlich ganz entspannt. Auf Facebook weist er en passant darauf hin, dass der große stern eine Russland Analyse in dieser Woche mit derselben Zeile versehen hat, wie die Rhein-Zeitung ihre Russland Analyse wenige Tage zuvor: “Ach, Russland”. Lindner schreibt dazu bei Facebook: “Dieser Gleichklang hat uns gefreut. Ausdrücklich sei angemerkt, dass wir damit nicht sagen wollen, der „Stern“ habe sich hier von der Rhein-Zeitung inspirieren lassen. Im Netz wird bei gleichlautenden Überschriften oft unterstellt, da hätte wohl jemand abgeschrieben. Dem ist nach unserer Erfahrung fast nie so. Meist zeigen solche Analogien eher, dass gute Blattmacher oft einfach ähnlich ticken – und deshalb auf ähnliche Schlagzeilen-Ideen kommen.” Da hat er wohl Recht. Zumal andere sogar noch viel früher auf die Ach-Idee gekommen waren. Alles schon mal dagewesen.

Schönes Wochenende mit dem Hoch “Kai” 

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