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Trotz Umsatz- und Ergebnis-Rückgang: G+J sieht sich auf Kurs

G+J-Chefin Julia Jäkel
G+J-Chefin Julia Jäkel

Durchwachsene Bilanz bei Gruner + Jahr: Für das Geschäftsjahr 2013 verzeichnet der Medienkonzern einen rückläufigen Umsatz, und auch das operative Ergebnis blieb unter dem Vorjahreswert. Der neue Vorstand sieht sich dennoch auf Kurs und meldet unterm Strich einen Gewinn von 81 Millionen Euro.

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Die Eckdaten des am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Zahlenwerks sehen so aus: Der Gesamtumsatz liegt nur noch ganz knapp über der Zwei-Milliarden-Euro-Schwelle und belief sich 2013 bereinigt auf 2,07 Mrd. Euro (2012: 2,22 Mrd.), das operative Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab gegenüber 2012 um 20 Millionen Euro nach und lag bei 193 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn rangiert mit 123 Millionen Euro 2013 zwar deutlich über der 2012 Bilanz (50 Millionen) und führt damit zu einem Gewinnsprung nach Zinsen und Steuern auf 81 Millionen Euro, allerdings war der verheerende Wert des Vorjahres (- 11 Millionen Euro) durch außerordentliche Effekte wie die Einstellung der Financial Times Deutschland sowie weitere „Portfolio-Bereinigungen“ geprägt.

Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2011 hatte der Jahresüberschuss noch bei 160 Millionen Euro gelegen, der Gesamtumsatz 2,29 Millionen Euro betragen. Dass Gruner + Jahr nun zum zweiten Mal in Folge einen rückläufigen Umsatz meldet, wird Analysten nicht erfreuen. Neben der Einstellung und dem Verkauf von Titeln, heißt es in einer Mitteilung des Medienhauses, seien die Einbußen auch durch „verstärkte Investitionen in die Transformation und den Ausbau des Digitalgeschäftes sowie ein in schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rückläufiges internationales Geschäft“ begründet.

Insgesamt verweist Gruner + Jahr auf ein „durch personelle, organisatorische und strategische Neuausrichtung“ geprägtes Jahr, dem ersten unter dem seit April amtierenden neuen Vorstand mit CEO Julia Jäkel, Produktvorstand Stephan Schäfer und Oliver Radtke (Vorstand Operations). Unter dem neuen Management treibt G+J vor allem die über Jahre vernachlässigte Digitalisierung voran und verfolgt das Ziel, zu einem plattformübergreifenden „Haus der Inhalte“ zu werden. Dazu wurde das Unternehmen tiefgreifend umstrukturiert und auf acht „Communities of Interest“ neu ausgerichtet. Parallel dazu investierte man hohe Summen in die „Vitalisierung“ der großen Zeitschriftenmarken stern, Brigitte, Geo und Gala.

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Immerhin das scheint sich bereits auszuzahlen: Anders als andere große Verlagshäuser legte Gruner + Jahr 2013 im Deutschland-Geschäft zu und konnte das Ergebnis gegenüber 2012 ausbauen. Während die Vertriebserlöse leicht zurückgingen, entwickelte sich das Anzeigengeschäft nach G+J-Angaben gegen den Trend positiv: So habe der hauseigene Vermarkter G+J Media Sales „deutlich Marktanteile hinzugewinnen“ können. Auch der Digitalvermarkter EMS und das Performance-Netzwerk Ligatus seien „dynamisch gewachsen“.

Im Ausland drücken die Dauerkrise in Südeuropa, ein im zweiten Halbjahr 2013 schwächelnder Anzeigenmarkt in Frankreich, der Verkauf der Geschäfte in Polen und Südeuropa sowie eine erstmals schwierige Konjunktur in China auf die erste Bilanz ohne den im Zuge des Managementwechsels ausgeschiedenen langjährigen Auslands-Vorstand Torsten-Jörn Klein. Hier werden auch im laufenden Geschäftsjahr die Bäume kaum in den Himmel wachsen.

G+J-Vorstandschefin Julia Jäkel sieht sich in einer Erklärung zur 2013er-Bilanz in ihrer Marschrichtung bestätigt: „Wir haben vor sechs Monaten begonnen, Gruner + Jahr grundlegend umzugestalten. Das ist ein langer Weg, bei dem wir nicht auf kurzfristige Umsatz- und Ergebnisoptimierung setzen, sondern auf langfristige Wertsteigerung hinarbeiten. Vor diesem Hintergrund entspricht die Geschäftsentwicklung 2013 exakt unseren Erwartungen.“ Jäkel kündigte an, nach dem zurückliegenden „Investitionsjahr“ auch in „den kommenden Jahren Geld in die Hand“ zu nehmen, nach dem Start von Chefkoch und Flow weitere neue Magazine zu launchen. Und weiter: „Wir haben die richtigen personellen und organisatorischen Entscheidungen getroffen, um das Geschäft auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen nach vorne zu bringen.“

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