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Ottfried Fischer vs. Bild-Journalist: Alle sehen sich im Recht

Ottfried Fischer
Ottfried Fischer

In dem Prozess des Schauspielers Ottfried Fischer gegen einen Journalisten der Bild-Zeitung wurde dieser laut Mitteilung von Axel Springer endgültig vom Vorwurf der Nötigung entlastet. Das Oberlandesgericht München habe eine Revision verworfen, damit ist sei zweite Freispruch des Landgerichts München rechtskräftig. Fischers Anwalt bezeichnet dies als irreführend. Das OLG München habe die Entscheidung des Landgerichts in Bezug auf § 201a StGB aufgehoben, da es das Verhalten des Bild-Redakteurs für strafbar halte.

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Die Bild-Zeitung hatte 2009 getitelt: „Ottfried Fischer: Ärger mit 4 Liebes-Mädchen“. Der Bild-Reporter Wolf-Ulrich Schüler soll mit Fischer bzw. dessen Agentin in Kontakt getreten sein und von einem Video berichtet haben, das Fischer mit Prostituierten zeige. Der Reporter hatte den Film nebst weiteren Dokumenten für 3.500 Euro gekauft, er soll ihm aus der Rotlichtszene angeboten worden sein. Daraufhin gab Fischer der Boulevardzeitung auf Anraten seiner damaligen Agentin ein Interview.

Später besann sich Fischer, trennte sich von seiner Agentin und klagte gegen Bild und den Reporter. Er sei zu dem Interview genötigt worden. Vor allem der Hinweis des Reporters, er sei im Besitz des kompromittierenden Videos habe ihn gegen seinen eigentlichen Willen zu dem Interview gedrängt, das er im Nachhinein lieber nicht gegeben hätte. Ein Münchner Amtsgericht verurteilte den Journalisten zunächst zu einer Geldstrafe, das Landgericht München sprach ihn in zweiter Instanz frei und der Revisionssenat des Oberlandesgerichts hob wiederum dieses Urteil auf.

In einem zweiten Prozess wurde der Bild-Reporter erneut freigesprochen, die Staatsanwaltschaft und Fischer als Nebenkläger gingen in Revision. Das Oberlandesgericht München hat am Mittwoch die Revision der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage in dem Punkt, der die Nötigung betrifft, verworfen. Eine andere Kammer muss sich nun nun allerdings noch damit auseinandersetzen, ob der Bild-Journalist gegen Paragraf 201a StGB verstoßen hat. Hier geht es um die grundsätzliche Frage, ob ein Journalist Recherchematerial mit zweifelhafter, also illegaler Herkunft überhaupt sichten darf.

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Ottfried Fischer erklärte hierzu:  „In dem Strafverfahren gegen einen Bild-Redakteur hat das OLG München die von mir als Nebenkläger vertretene Rechtsauffassung bestätigt, dass der Erwerb und die Verwendung rechtswidriger Aufnahmen aus der Intimsphäre anderer Menschen strafbar ist – und zwar auch dann, wenn dies unter dem Deckmantel der Pressefreiheit geschieht. “ Er sei sich sicher, dass der angeklagte Bild-Redakteur angemessen bestraft werden würde.

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hat angekündigt, diese Frage notfalls vom Bundesverfassungsgericht klären zu lassen.

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