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Bertelsmann: Das Geschäft mit Bildung soll Milliardenumsatz bringen

Die Bertelsmann AG hat ihren Sitz in Gütersloh.
Die Bertelsmann AG hat ihren Sitz in Gütersloh.

Bertelsmann bilanzierte am Mittwoch mit 870 Millionen Euro das beste Konzernergebnis seit 2006. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe und seine Finanzchefin Judith Hartmann sehen die digitale Transformation auf einem guten Weg - und wollen nun in diesem Jahr ihr Versprechen auf mehr Wachstum einlösen - das Geschäft mit der Bildung soll eine Umsatzmilliarde erreichen.

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Die Rahmendaten der Bilanz waren bereits bekannt. Der Schwerpunkt der Analysen, auch bei MEEDIA, konzentrierte sich auf das geringe Umsatzwachstum von nur zwei Prozent auf 16,4 Milliarden Euro und dem ausbleibenden bzw. negativen organischen Wachstum. Konzernchef Rabe begründete das stagnierende Wachstum mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, dem normalisierten Buchgeschäft, dem Abbau unprofitablen Umsatzes bei Arvato und dem schwächenden Druckgeschäft.

Rabe und Hartmann schlugen indes eine andere Tonart an – die wieder erreichte Investitionsstärke von Bertelsmann nach Jahren, in denen etwa Zukäufe wegen hoher Schulden nicht möglich waren. Vor allem der Verkauf von RTL-Aktien habe Spielraum verschafft und zudem die Nettofinanzschulden verringert. „Mehrere Milliarden Euro“ sollen laut Finanzchefin Hartmann in den kommenden Jahren investiert werden. Die Transformation von Bertelsmann sei noch nicht abgeschlossen, aber „auf einem guten Weg“.

Bildung sei ein „globaler Megatrend“, sagte Rabe, der dieses Wachstumsfeld zur Chefsache erklärt hat. Nach einem Investment in einen Fonds (University Ventures I) folgt nun eine Investition in den Nachfolgefonds, der größer und breiter aufgestellt sein wird. Der Umsatz mit Investitionen in Unternehmen, die im (digitalen) Bildungssektor unterwegs sind, soll in den kommenden 3 bis 5 Jahren eine Milliarde Euro erreichen. Zu den Investitionsfeldern gehört die Medizinische Bildung sowie Online-Angbote in der „higher Education“, also bei der universitären Bildung. Die Bereitschaft der Menschen, für Bildungsangebote zu bezahlen (statt sie gratis in Anspruch zu nehmen), sei vorhanden. Margen von etwa 20 Prozent seien realistisch.

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Für 2014 kündigte Thomas Rabe eine „deutliche Umsatzsteigerung“ und ein steigendes Ergebnis an. Langfristig sei das Ziel ein Umsatz von 20 Milliarden Euro und ein Konzernergebnis von einer Milliarde Euro. Um diese Ziele zu erreichen, seien Zukäufe nötig. Organisches Wachstum sollen auch die Töchter RTL Group, Gruner+Jahr, Arvato (u.a. Business Information und E-Commerce) und das Musikgeschäft von BMG erzielen. BMG beispielsweise wird künftig auch Geschäfte in China machen.

Nur wenige Tage vor der Bekanntgabe der Detailzahlen – die Eckdaten waren schon veröffentlicht worden – gab der Konzern bekannt, das beschlossene Programm Operational Excellence (OPEX) nun umzusetzen. Worum geht es dabei? Zunächst klingt das ein wenig dröge, im Kern geht es um die Bildung von konzernweiten, zentralen Einheiten etwa für die IT, für Personalabrechnung und Human Resources. Finanzvorstand Judith Hartmann äußerte sich dazu in einem internen Interview. Dabei fielen Schlagworte wie „Optimierung“, „nicht ausgeschöpftes Potenzial“ und „vorhandene Ressourcen bestmöglich einsetzen“.

Dieses Bestreben hat freilich jedes Unternehmen. Für Bertelsmann und die Töchter könnte OPEX aber konkret einen Stellenabbau bedeuten. Wo zentralisiert wird, fallen Planstellen weg. Was OPEX für die Bertelsmann-Töchter wie G+J und Pengiun Random House bedeutet, wo Minderheitsgesellschafter mit im Boot sind, ist noch unklar. Finanzchefin Hartmann sagte auf Nachfrage, eine Angabe über einen möglichen Stellenabbau sei verfrüht – es gehe vorrangig um „Effizienzsteigerungen“.

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