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Wochenrückblick: Erdogans Twitter-Rohrkrepierer in der Türkei

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Diesmal im Wochenrückblick ein Twitter-Spezial. U.a. mit der jämmerlichen Twitter-Blockade des türkischen Regierungschefs Erdogan. Gepflegten Twitter-Lästereien von Medienmenschen über die Süddeutsche Zeitung wegen dort herrschender Kapuzenpulli-Allergie. Gala-Chef Christian Krug, dem Kai Diekmann auf Twitter was unter die Nase reibt und einem inkognito twitternden Spiegel-Mann.

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Sollte noch jemand Zweifel gehegt haben, dass dieses Twitter-Ding eine gewisse politische Bedeutung hat, dann hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan dem US-Unternehmen nun unfreiwillig den Ritterschlag in Sachen Weltpolitik erteilt. „Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen“, sagte Herr Erdogan und kurz darauf wurde Twitter in der Türkei blockiert. Der Vorgang offenbart nicht nur eine gehörige Portion Naivität und skrupellose Unberechenbarkeit beim türkischen Regierungschef, sondern auch ein erschütterndes Maß an technischem Unverständnis bei ihm und/oder seinen Beratern. Selbst hochrangige Mitglieder von Erdogans eigener Partei AKP und sogar der türkische Staatspräsident Abdullah Gül umgingen die lächerliche Twitter-Blockade der türkischen Regierung.

Übersetzung: „Es ist nicht zu billigen, dass soziale Medienplattformen vollständig gesperrt werden.“

Bei Twitter und im ganzen Netz wogte eine Riesenwelle an Häme und gerechtem Volkszorn über Erdogan hinweg. Der Hashtag #twitterisblockedinturkey avancierte im Rekordtempo zum Trending Topic weltweit.

Nicht nur die üblichen Internet-Spaßvögel überschwemmten Twitter mit Erdogan-Twitter-Witzen. Auch seriöse Quellen, wie die Deutsche Botschaft in den USA, meldeten sich zu Wort.

Anlässlich der gewaltigen Twitter-PR-Kampagne des türkischen Regierungschefs ist dieser Wochenrückblick ganz und gar dem allseits beliebten Kurznachrichtendienst gewidmet.

Auf Twitter findet nicht nur Weltpolitik statt, sondern gerade Medienmenschen tauschen hier gerne ihre kleinen Sticheleien aus. So animierte ein aktueller Zeit-Artikel über die Vorbehalte der großartigen SZ-Impressionisten (jene verehrungswürdigen Journalisten, die es ins Impressum der Süddeutschen Zeitung geschafft haben, lassen sich so nennen) gegenüber dem – Igitt!- “Kapuzenpulliträger” und sueddeutsche.de-Chef Stefan Plöchinger zahlreiche Media-People zum öffentlichen Ablästern. Plöchinger soll in die SZ-Chefredaktion aufsteigen, einigen der Altvorderen passt das aber offenbar nicht. Eine kleine Auswahl:

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Der Kapuzenpulliträger meldete sich auch zu Wort:

Ja, “der Kai” Diekmann von der Bild war als oberster Twitter-Raufbold und Kapuzenpulli-Fan natürlich auch wieder ganz vorne mit dabei. Diekmann hat diese Woche aber auch seinem Chefredakteurs-Kollegen Christian Krug von der Gala eine mitgegeben. Nein, nicht was Sie jetzt vielleicht denken! Es ging nicht um Werbe-Interviews für Automarken, da wäre der Bild-Chef vielleicht ja sogar milde, sondern um die Augen einer schönen Frau …

Beim Spiegel waren sie stolz auf das Interview mit dem SPD-Politiker Sebastian Edathy, gegen den wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt wird. Edathy setzte im Interview reichlich krude Thesen in die Welt und verglich etwa antike Aktmalerei mit den Schmuddelfilmen der kanadischen Firma, bei der er einst Kunde war. Und weil es so schön provo war, hat Spiegel Online Netz-Reaktion, u.a. bei Twitter auf das Edathy-Interview gesammelt. U.a. wird der Tweet eines gewissen Ullrich Fichtner zitiert, der jubiliert:

Dabei hat SpOn leider vergessen zu erwähnen, dass der Herr Fichtner ein Kollege aus eigenem Hause ist, nämlich der Ressortleiter Reportage beim Nachrichtenmagazin. Naja. Wenn Print und Online beim Spiegel jetzt bald so supereng zusammenrücken, dann lernen sich bestimmt auch die Kollegen noch besser kennen.

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Schönes Twitter-Wochenende!

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