Xing erneut in der Kritik: Erst Shitstorm, dann Abwanderung?

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Xing-CEO Thomas Vollmoeller kann zufrieden sein

Für das Job-Netzwerk Xing fängt die Woche nicht gut an. Zuerst beschwerten sich Schweizer Nutzer über einen Preisanstieg für die Premium-Mitgliedschaft. Nun reagieren deutsche Nutzer auf AGB-Änderung vermehrt mit der Bitte, das eigene Profil aus der Datenbank zu löschen.

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In einem Blogeintrag nimmt Timm Richter zu Änderungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Stellung. Als Grund führt der Xing-Produktvorstand die Tatsache an, dass Xing längst mehr als ein reines Job-Portal ist. Neue Funktionen, darunter auch die Einführung der Xing Events, erfordert auch einen neuen Umgang mit den Kundendaten.

Darin heißt es etwa: „Die Regelungen zum Datenschutz unterstreichen, dass XING-Mitglieder die individuelle Möglichkeit haben, anderen Nutzern ihre persönlichen Daten in Teilen oder in Gänze zu übermitteln bzw. die Einsicht in die Daten zu widerrufen. Die Kontrolle verbleibt also weiterhin beim User.“ Ferner ist es nicht erlaubt, Logos als Profilbilder zu verwenden. So soll sichergestellt werden, dass auf Xing nur Personen miteinander agieren und Profilbilder nicht zu reinen Werbezwecken eingesetzt werden.

Nutzer fordern Löschung ihrer Profile

Die AGB-Änderung scheint allerdings wenig Anklang zu finden. Zumindest mit Blick auf die Kommentare unter dem Blogeintrag. Rund 200 Nutzer fordern dort die umgehende Löschung ihrer Nutzerprofile. „Bitte löschen sie meine Adresse, da ich meinen Accout noch nie genutzt habe und ihn auch weiterhin nicht nutzen werde. Sende sie mir auch bitte keine weiteren eMail mehr“, schreibt ein Nutzer. „Bitte um Löschung meines Accounts, da ich ihn nicht nutze“, schreibt ein anderer.

Xing dementiert eventuelle Abgänge von Nutzern. „Von Abwanderung kann keine Rede sein. Xing wächst und gedeiht“, erklärt ein Sprecher. „Was Sie beschreiben, beruht auf der Verwechslung von Kommentarfeld und Kontaktformular. Wir haben das mittlerweile geändert, und die Kommentare kommen zum Erliegen.“ Insgesamt würden die neuen AGBwegen der größeren Transparenz und Klarheit sehr gut angenommen. „Wir haben bei 14 Millionen Mitgliedern, die wir angeschrieben haben, keine nennenswerte Anzahl von Kündigungen.“

Erst tags zuvor hatte das Karriereportal in der Schweiz mit aufgebrachten Nutzern zu kämpfen. In der Schweiz hat sich wegen einer drastischen Preiserhöhung der Premium-Mitgliedschaft bei Xing ein veritables Shitstörmli zusammengebraut. Die Schweizer Xing-Dependance stellt die Abrechnungsmodalitäten von Euro auf Schweizer Franken um. Und erhöht dabei ganz nebenbei für viele Mitglieder den Preis für eine Premium-Mitgliedschaft. Teils von 77 Euro (93 Franken) auf 155 Franken pro Jahr.

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