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Was ist Yahoos Kerngeschäft noch wert – weniger als nichts?

Yahoo-Chefin Marissa Mayer
Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Ein IPO und seine rechnerischen Folgen: So sehr der Börsengang vom Internet-Riesen Alibaba Yahoo als Großaktionär beflügelt, so wirft er auch eine bemerkenswerte Frage auf. Wenn man die Summe der Einzelteile von Yahoos Asien-Beteiligungen zusammenaddiert, wäre das eigene Kerngeschäft weniger als nichts mehr mehr wert. An welcher Stelle irrt die Wall Street?

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Vier Prozent Plus: So viel waren der Wall Street die näheren Einzelheiten zum kommenden Mega-Börsengang der Internet-Beteiligung Alibaba wert. Bei 39 Dollar notiert die Yahoo-Aktie nun – nahe des Mehrjahreshochs, das im Januar bei 42 Dollar aufgestellt wurde. Mit ziemlich genau 40 Milliarden Dollar wird der Internet-Pionier damit heute bewertet.

Dass mit dieser Wall Street-Bewertung allerdings etwas nicht stimmt, hat nun Bloomberg vorgerechnet. Internet-Gigant Alibaba wird auf Basis der durchschnittlichen Analystenschätzungen nun schon mit rund 150 Milliarden Dollar bewertet. Macht für Großaktionär Yahoo, der immer noch 24 Prozent an seiner langjährigen Tochter hält, einen stolzen Gegenwert von 36 Milliarden Dollar.

Die Summe der Einzelteile wertvoller als Yahoo Börsenwert 

Doch das ist noch nicht alles: Yahoo verfügt schließlich über eine weitere asiatische Beteiligung – nämlich Yahoo Japan, an der der Internet-Dino immer noch 35 Prozent hält. Yahoo Japan ist nun selbst 32 Milliarden Dollar schwer. Bedeutet: Yahoo Inc. bekäme nach aktuellen Marktverhältnissen für Yahoo Japan auch noch auf einen Gegenwert von 11 Milliarden Dollar. Summa summarum heißt das nichts anderes, als dass die Summe der Einzelteile von aktuell 47 Milliarden Dollar nicht dem Börsenwert des Konglomerats Yahoo Inc. entsprechen. 

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Für Hoffnungsträgerin Marissa Mayer ist das eine gute und schlechte Nachricht zugleich. Auf der einen Seite kann Yahoo im Zuge steigender Bewertungen von Alibaba auf weiteren Rückenwind an der Wall Street hoffen. Auf der anderen Seite bedeutet der Bewertungsabschlag aber auch nichts anderes, als dass die Wall Street dem eigentlichen Kerngeschäft nichts mehr zutraut.

An welcher Stelle liegt die Wall Street falsch?

Schlimmer noch: Es wäre sogar mit einem Missverhältnis von 7 Milliarden Dollar zur Belastung geworden! Nun ist es mit den Momentaufnahmen an der Wall Street so eine Sache – doch ein derartiger Bewertungsabschlag erstaunt zweifellos.

Zwei Betrachtungsweisen sind nun denkbar: Entweder die Wall Street hat den wahren Wert von Alibaba und Yahoo Japan noch nicht begriffen – und die Yahoo-Aktie besitzt weiteres Aufwärtspotenzial bis zur Veräußerung der Beteiligungen.  Oder aber hat der Markt recht und Yahoos Kerngeschäft, das trotz Umsatzstagnation immer noch dreistellige Millionengewinne einfährt, stünde bald vor dem Sturz in die Verlustzone. So oder so – an einer Stelle irrt die Wall Street aktuell gewaltig.

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