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Chinas IT-Riese Alibaba: Börsengang in den USA so groß wie Facebook

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Alibaba: Bereits einer der zehn wertvollsten Konzerne der Welt

Es ist so weit: Der chinesische Internetriese Alibaba hat seine Pläne zum Börsengang konkretisiert – in den USA! Wie der E-Commerce-Gigant gestern mitteilte, wurde die Wall Street der Hongkonger Börse vorgezogen, um die globale Ausrichtung zu untermauern. Tatsächlich dürfte Alibaba der größte Börsengang seit Facebook sicher sein: Mindestens 15 Milliarden Dollar wollen die Chinesen einsammeln und dürften dabei aus dem Stand die 100-Milliarden-Dollar-Bewertungsgrenze knacken.

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Das Geheimnis ist gelüftet: Die Wall Street hat das Rennen gemacht! „Wir haben uns entschlossen, den Prozess eines Börsengangs in den USA fortzusetzen“, teilt der E-Commerce-Gigant mit. „Das wird uns zu einem globaleren Unternehmen machen, die Transparenz unseres Unternehmens erhöhen und uns dabei helfen, unsere langfristigen Visionen und Ideale zu erreichen.“

Die Ziele dürften in einem Satz umrissen sein: Langfristig das wertvollste Internet-Internehmen der Welt zu werden. Das Potenzial besitzt der 1999 gegründete weltgrößte Online-Marktplatz . „Wir wollen eine Weltklassefirma im elektronischen Handel werden“, diktierte der Gründer und langjährige Vorstand des Internet-Konglomerats, Jack Ma, dem Spiegel schon im Jahr 2007.

Alibaba ist Chinas Antwort auf das Beste der amerikanischen Internets 

Sieben Jahre später ist der Traum aufgegangen. Alibaba ist das asiatische E-Commerce-Powerhouse schlechthin. Zum Imperium zählt neben der B2B-Plattform Alibaba.com die klassische Auktionsseite Taobao, die als Chinas Antwort auf eBay gilt, AliPay, das chinesische Pendant zum Bezahldienst PayPal, als auch das chinesische Portalgeschäft von Yahoo, das Ma gegen eine Minderheitsbeteiligung vom Internet-Pionier erworben hat.

In anderen Worten: Alibaba ist Chinas Antwort auf das Beste der amerikanischen Internets – mit seinen Tochter-Unternehmen kontrolliert Alibaba unglaubliche 80 Prozent des chinesischen Internet-Handels. Darüber hinaus verfügt Alibaba auch noch über Beteiligungen in aufstrebende Internet-Unternehmen wie den einheimischen Mikroblogging-Dienst Weibo, der nun auch selbst an die Börse strebt.

Yahoo besaß einst 40 Prozent an Alibaba
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Alibaba ist das Musterbeispiel dafür, wie sehr sich die Kräfteverhältnisse in der Internetwelt im vergangenen Jahrzehnt verschoben haben. Heute gibt es weltweit keinen größeren E-Commerce-Anbieter als das chinesische Internet-Unternehmen mit 35.000 Beschäftigten aus Hangzhou, an dem Yahoo zwischenzeitlich einmal 40 Prozent hielt, die es 2005 für eine Zahlung von nur einer Milliarde Dollar erwarb. 

Marissa Mayer reduzierte den Anteil im Herbst 2012 allerdings auf 23 Prozent, wofür das Internet-Portal rund 7 Milliarden Dollar erlöste. Heute erscheint der unter ihren Vorgängern beschlossene Verkauf wie eine krasse Fehlentscheidung, denn Alibaba dürfte es zum IPO aus dem Stand auf eine Bewertung von 100 bis 150 Milliarden Dollar kommen, je nach Analysteneinschätzung.

Fast 3 Milliarden Dollar Gewinn in drei Quartalen 

Tatsächlich ist Alibaba ein regelrechtes Wachstumsmonster, das seine Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr zeitweilig dreistellig steigerte und allein in den ersten drei Quartalen des vergangenen Geschäftsjahres netto 2,8 Milliarden Dollar verdiente – weit mehr als Facebook, geschweige denn Amazon. 

Entsprechend üppig sind Alibabas Ziele beim IPO: Zumindest 15 Milliarden Dollar will der chinesische Platzhirsch beim Gang an die Wall Street erlösen – das ist in etwa das Niveau von Facebook 2012 und gleichzeitig der größte Börsengang seit dem Social Network. Alibaba hat den Zeitpunkt des IPOs noch nicht benannt; nach Informationen des Wall Street Journals dürfte der Zulassungsantrag im April erfolgen und die Emission dann im  September.

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