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Russischer Burda-Mitarbeiter verliert Job wegen Polit-Posting

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Wegen eines Facebook-Postings hat ein Mitarbeiter der russischen Computerbild, die von Hubert Burda Media herausgegeben wird, seinen Job verloren. Der Computerbild-Redakteur Dmitry Shulgin machte auf Facebook sehr deutlich seinem Unmut gegenüber dem russischen Kurs in Sachen Ukraine Luft. Dass er auf seiner Facebook-Seite zudem öffentlich angab, Mitarbeiter von Hubert Burda Media zu sein, war für den Verlag ein Problem. Nach der Trennung von Shulgin gab es Kritik auf der Facebook-Seite von Burda.

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Die automatisierte Übersetzung von Shulgins umstrittenem Facebook-Eintrag lautet: “Es überrascht mich die Tatsache, dass die Russen sich in Faschisten verwandelten. 99,9 Prozent der Russen rühmen jetzt Janukowitsch an und rufen auf, alle Ukrainer aufzuhängen, und bezeichnen sie als benderovzi  (Anhänger des ehemaligen ukrainischen Politiker-Nationalisten Stepan Bandera, d.Red.). Meine Nation ist krank, wie die Deutschen in 30-40er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Meine Nation hat kein Gewissen und keine Ehre mehr. Nur ganz wenige aus Millionen der Russen lassen ihre Stimme für ihre ukrainischen Brüder erschallen. Das ist eine Schande für Russland, die niemals abgewaschen werden kann. Unser Land muss man vernichten, wie einst das faschistische Deutschland. Sie können mich aus der Freundesliste entfernen oder sperren, aber ich werde mich ab jetzt bei keinem mehr entschuldigen. Mein Volk verkaufte seine Seele an Teufel.”

In der Tat starker Tobak. Bei Burda legt man Wert auf die Feststellung, dass der Verlag in Russland keine politischen Medien herausgibt. Burda bringt neben der Computerbild in Russland u.a. den Playboy, Frauenzeitschriften oder Kreuzworträtselmagazine heraus. Außerdem ist Burda auch noch stark in der Ukraine aktiv. Für den Verlag ist es also nachvollziehbar ungünstig, sich bei der aktuell angespannten Lage in der Ukraine politisch stark zu positionieren, wie Shulgin dies bei Facebook tat.

Ein Burda-Sprecher erklärte gegenüber MEEDIA: “Das Verlagshaus Burda Moskau distanzierte sich im Gespräch mit Herrn Shulgin von dessen privater Meinung. Die von Dmitry Shulgin als Reaktion darauf eingereichte Kündigung haben wir akzeptiert. Entgegen anderslautender Behauptungen von Herrn Shulgin, wurde zu keiner Zeit Druck auf ihn ausgeübt, um ihn zu diesen Schritt zu bewegen.” Shulgin soll sich laut Facebook-Teilnehmern folgendermaßen geäußert haben: „Heute wurde 20 Februar ich aus deutscher Verlage Hubert Burda Media ohne Bezahlung und ohne die Merkmale des Arbeitsplatzes gefeuert. In der UdSSR über diesen Spruch: „Out mit dem Wolf-Ticket“. Es stellte sich heraus, dass mein „möglicherweise politische Aktivität auf Facebook nicht mit der Position der Herausgeber der Zeitschrift Computer kompatibel“. (automatische Übersetzung von Facebook).

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Bei Burda sah man es offenbar als problematisch an, dass Shulgin zum Zeitpunkt der Äußerung auf seiner Facebook-Seite angab, für Hubert Burda Media zu arbeiten. “Das Verlagshaus Burda Moskau hat keine Einschränkungen für das private Verhalten in sozialen Netzwerken aufgestellt. Wir sehen es dabei als selbstverständlich an, dass Mitarbeiter ihre persönliche Meinung als solche kennzeichnen und nicht den Eindruck erwecken, sie seien vom Unternehmen geäußert”, heißt es bei Burda weiter.

Unterdessen sorgte der Vorfall auf der Facebook-Seite von Burda in Deutschland für einen Mini-Shitstorm. Zahlreiche Nutzer, vor allem auch aus Russland, beklagten sich darüber, dass Shulgin seinen Job verloren habe und bezeichneten dies als eine “Schande”. Burda reagiert auf die Kritik auf der Facebook-Seite, indem das auch oben zitierte Verlagsstatement dort veröffentlicht wurde.

(swi)

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