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Matusseks Irrfahrt durchs wilde Homophobistan

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Matthias Matussek setzt seine Irrfahrt durch Homophobistan fort. Die Welt durchkreuz Springers Paid Content Pläne. Thomas Oppermann schärft seine Fähigkeiten im Nichtssagen im ZDF und Das Bo ist der der wurstige Nachfolger von Jörg Pilawa.

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Schon wieder dieser Matussek! Eigentlich will man nix mehr über ihn schreiben und sich nicht aufregen aber es geht einfach nicht. Der irrlichternde Ex-Spiegel-Mensch reitet weiter auf der Homophobie-Welle und hat erneut ein unsägliches Geschreibsel zum Thema abgeliefert. Diesmal im Debattenportal The European. Dort hatte Matussek unlängst auch seine früheren Spiegel-Kollegen ausführlich beschimpfen dürfen. The-European-Chef Alexander Görlach wurde von Matussek schon mal im Herren-Heft GQ ausgiebig bewienert: “Im Netz ist Meinung die härteste Währung. Görlachs Onlinemagazin ‘The European’ ist die Notenbank dazu.” In diese Notenbank zahlte Matussek nun ein paar falsche Fuffziger ein. Sein Stück “Homosexualität ist ein Fehler der Natur” ist ein typischer Matussek und doch von ganz besonderer “Qualität”. Matussek echauffiert sich nämlich über einen Fragebogen mit dessen Hilfe die Lehrergewerkschaft GEW in Baden-Württemberg angeblich Siebtklässer in Homosexuelle verwandeln will. Fragen wie diese würden in dem Fragebogen gefragt: “Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschock-Therapie zu machen?” Matusseks meint dazu: “Das haben sich diese Frankensteins tatsächlich aus ihren wirren Schädeln qualmen lassen.” Blöd halt nur, dass hier stereotype Fragen, die normalerweise Homosexuellen gestellt werden, absichtlich auf Hetereosexuelle bezogen werden, um die Absurdität von solchen Fragen deutlich zu machen (Stefan Niggemeier hat das aufgeschrieben). Dieser Sinn und Zweck wird in Anmerkungen zu dem Fragebogen auch benannt. Auch die ebenfalls The-European-gestählte “Dann mach doch mal die Bluse zu”-Frau Birgit Kelle zitierte jüngst in der “Maischberger”-Sendung zum Thema Homophobie ganz aufgekratzt den GEW-Fragebogen. Auch sie hatte offensichtlich den Sinn dahinter nicht begriffen. Eine gewisse Betriebsblindheit ist bei den Verbohrten dieser Welt offenbar Berufskrankheit.

Die Frauenquote in Aufsichtsräten wäre bestimmt auch ein Thema, zu dem Matussek eine ganz spezielle Meinung hat. Diese Woche interviewte Lars Haider, der Chefredakteur des Hamburger Abendblatts Ex-Talkdame Sabine Christiansen dazu. Anlass: Christiansen ist nun Aufsichtsrätin beim Hamburger Paketversender Hermes. Honorige Hamburger Firma, prominente Frau, der Chefredakteur interviewt persönlich. Solchen Supderduper-Spitzencontent hat das Abendblatt, der knallharten Pay-Strategie von Springer folgend, natürlich hinter die Paywall gepackt. Da hat das Abendblatt die Digital-Rechnung aber ohne die Welt gemacht. Welt.de hat den Text einfach abgegriffen, auf “Welt” umetikettiert und komplett gratis in selbige hinausposaunt. Nur zur Erinnerung: Welt.de ist eine Publikation von Axel Springer. Jenes Medienhaus, dessen Chef Mathias Döpfner immer wieder gerne betont, dass die Existenzgrundlage der Verlage durch eine ominöse “Gratiskultur” bedroht sei. Was er nur damit meint?

Da hatte Maybrit Illner den größten Talkshow Scoop in dieser Woche. Sie holte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in ihre ZDF-Sendung. Neben dem abwesenden Sebastian Edathy, ist er der Mann der Stunde – wegen seines umstrittenen Anrufs in Sachen Edathy beim BKA-Präsidenten. Es geschah allerdings das leider Erwartbare. Frau Illner fragte ordentlich, was man halt in so einer Sendung so fragt und Oppermann sagte immer wieder die Sprüchlein auf, die er sich für das Herauslavieren aus der Krise fein zurechtgelegt hatte. Irgendwas mit “war schockiert”, “wollte Einordnung” usw. Schlauer wurde man daraus nicht. Tags zuvor hatte ARD-Kollegin Anne Will keinen Oppermann zu Gast und machte trotzdem die bessere Sendung, was vor allem an ihrer blitzgescheiten Gesprächsführung lag. “Anne Will” ist derzeit die beste Polit-Talkshow im deutschen TV. Mit Abstand.

Witzige Werbung ist beliebt. Man kann es aber auch übertreiben. Der Industriewurst-Fabrikant Rügenwalder wollte sich eine Portion Hipness injizieren und engagierte statt des trutschigen TV-Langeweilers Jörg Pilawa den coolen Herren “Das Bo”, bürgerlich Mirko Alexander Bogojević, bekannt von der Kapelle Fünf Sterne Deluxe. Auf der Website www.pommerschezwonull.de präsentiert Das Bo nun diverse Musikvideovariationen des “Feierabend Songs”. Es geht um Leberwurst. Kostprobe: “Feierabend wie das duftet, kräftig, deftig, würzig, gut. Pommersche aus dem Buchenrauch, naturgewürzt und das schmeckt man auch.”

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Verstörend. Ob Matussek auch dazu eine Meinung hat?

Schönes Wochenende!

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