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„Tugendterror“ in Bild: Sarrazins abgekühlte Erregungsmaschine

Thilo Sarrazin und sein Buch „Der neue Tugendterror“ (c) dpa
Thilo Sarrazin und sein Buch "Der neue Tugendterror" (c) dpa

Es gab ein bisschen Verwirrung, wer denn nun das neue Buch “Der neue Tugendterror” von Skandalnudel Thio Sarrazin auzugsweise vorab veröffentlichen darf oder muss. Sein Verlag, die Bertelsmann-Tochter DVA, teilte zunächst mit, der Focus würde einen Vorabdruck bringen und Sarazzin sei Gast bei “Menschen bei Maischberger”. Stattdessen grüßt Sarrazin am heutigen Freitag aus der Bild-Zeitung.

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“Sarrazin schlägt wieder zu!”, heißt es dort in bewährter Manier auf Seite 1. Sarrazin hat aber ein bisschen Pech, dass gerade so viele andere Sachen los sind. Die Unruhen in Kiew bestimmen den Haupt-Aufmacher der Bild. Dann gibt es noch die Politik-Affäre um Sebastian Edathy. Und Olympia. In nachrichtenärmeren Zeiten wäre der neue Sarrazin-Band, in dem der Autor sich offenbar wortreich beklagt, dass man sich hierzulande über gewisse Dinge angeblich nicht wortreich beklagen darf, sicher Top-Erregungs-Content gewesen.

Auf der Website des Bertelsmann Buchclubs heißt es mit Bezug auf den neuen Sarrazin, man könne „bereits ab 19.02.2014 in der Bild einen ersten Blick auf ein Kapitel aus dem Buch werfen“. Nur: Am 19. Februar stand nix in der Bild. Auch nicht am 20. Februar. Es gab wohl Wichtigeres, denn der Vorabdruck fand erst am heutigen Freitag, den 21. Februar, seinen Weg ins Blatt. die Formulierung „ab dem 19.02.2014“ war also durchaus vorausschauend gewählt.

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Der Focus hatte die Aussage der Deutschen Verlags Anstalt (DVA), dass es dort einen Vorabdruck geben wird, laut der Wochenzeitung Freitag nicht bestätigt. Die “Maischberger”-Redaktion hat sogar dementiert, dass Sarrazin zu Gast sei. Bleiben also die Bild, die Bild am Sonntag und Peter Hahne, BamS-Kolumnist und katholischer Meinungsonkel beim ZDF.

Der Verlag hat angeblich 100.000 Exemplare von “Der neue Tugendterror” drucken lassen. Sarrazins Vor-Vorgängerbuch “Deutschland schafft sich ab” sorgte wochenlang für kontroverse Diskussionen und avancierte mit einer Auflage von über 1,5 Mio. zu einem der meistverkauften Sachbücher aller Zeiten in Deutschland. Nun scheint es fast so, als habe sich die Erregungs-Maschine rund um Sarrazin doch deutlich abgekühlt. Schlecht für den Verlag. Gut für alle anderen.

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