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Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar

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Unfassbare Übernahme nach Handelsschluss: Facebook hat sich für insgesamt 19 Milliarden Dollar den Message-Dienst WhatsApp gesichert. Der Deal wird zu vier Milliarden Dollar in bar und zu 12 Milliarden Dollar in Aktien bezahlt. Weitere drei Milliarden fließen in den kommenden vier Jahren an die Gründer und Mitarbeiter. WhatsApp soll unabhängig weiter operieren. 


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Mark Zuckerberg will es einfach wissen: Was sich nicht im Facebook-Kosmos befindet, das wird zugekauft. Knapp zwei Jahre nach der Akquisition des Fotosharing-Dienstes Instagram wiederholt sich die Geschichte: Das weltgrößte Social Network schnappt sich einen aufstrebenden Rivalen.

Nur die Summen werden größer: Reichte 2012, durch den Einbruch der eigenen Aktie bedingt,  noch weniger als eine Milliarde Dollar als Einsatz bei Instagram, müssen 22 Monate später schon 16 Milliarden Dollar zur Übernahme des boomenden Messaging-Dienstes WhatsApp her – vier Milliarden Dollar bar, weitere 12 Milliarden in Aktien. Nochmals drei Milliarden Dollar werden binnen vier Jahren an die Gründer und Mitarbeiter von WhatsApp fällig.

Von 200 auf 450 Millionen Nutzern in einem Jahr

19 Milliarden Dollar für ein nicht mal fünf Jahre altes Unternehmen – warum macht Facebook das? „WhatsApp ist auf dem besten Weg, eine Milliarde Menschen zu verbinden“, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg im begleitenden Statement. „Dienste, die diesen Meilenstein erreichen, sind unglaublich wertvoll.“

Zuckerberg lässt damit zwischen den Zeilen durchblicken, was sich seit Jahren abzeichnete: Der eigene mobile Kommunikationsdienst, der Facebook Messenger, hat sich nicht schnell genug verbreitet. Konkurrent WhatsApp, der alleine in Deutschland von 30 Millionen Menschen genutzt wird, kommt inzwischen auf bereits 450 Millionen Nutzer. Die Verbreitung nahm zuletzt expotentiell zu: Anfang des Jahres waren es 400 Millionen, im Juli 300 Millionen, vor einem Jahr noch 200 Millionen.

Wert binnen 10 Monaten versechzehnfacht

Überraschend ist allerdings, wie schnell sich die Dinge preislich entwickelt haben: Vor gerade mal zehn Monaten keimten Gerüchte auf, dass Google sich die boomende Message-App, die zunehmend die klassische Textnachricht ersetzte, schnappen könnte. Damals im Gespräch: Ein Kaufpreis von einer Milliarde Dollar.    

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Ende des vergangenen Jahres kochten die Gerüchte erneut hoch – allerdings zu einem zumindest doppelt so hohen Preis. Daraus wurde nichts. Nachdem Twitter furios an der Börse debütierte und Pinterest eine neue Finanzierungsrunde über knapp vier Milliarde gelungen war und Facebook Interesse an Snapchat gezeigt hatte, waren sich Branchenexperten einige: vier Milliarden sind die neue Milliarde.

Größter Exit aller Zeiten

Keine zwei Monate später ist klar: 16 Milliarden sind die neuen 4 Milliarden! WhatsApps Wert hat sich damit binnen gerade mal 12 Monaten mal eben so versechzehnfacht. Und das bei einem Internet-Unternehmen, das keine fünf Jahre alt ist, gerade mal 55 Mitarbeiter zählt und lediglich 8 Millionen Dollar an Wagnisfinanzierung von Sequoia Capital einsammelte – das wohl beste Investment aller Zeiten. 

Keine Frage: Den WhatsApp-Gründern Jan Koum und Brian Acton ist dem 19 Milliarden Dollar-Verkauf der Exit des Jahrhunderts gelungen. Mehr wurde für ein mit Wagniskapital finanziertes Tech-Unternehmen aus dem Stand noch nie bezahlt. Selbst Microsofts Skype- (8,5 Milliarden Dollar) und Googles Motorola-Übernahme (12,5 Milliarden Dollar) wurden damit deutlich überboten.

WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton werden Multi-Milliardäre

Belohnung für die beiden Gründer Jan Koum (37) und Brian Acton (42), die zusammen 65 Prozent am Unternehmen besessen haben sollen: die beiden früheren Yahoo-Mitarbeiter steigen zu Multimilliardären auf – und Koum zudem in Facebooks Aufsichtsrat. 

Und was verändert sich für die 450 Millionen Mitglieder? „Für Euch, unsere Nutzer, wird sich Folgendes ändern: nichts“, kommentierte Koum im Blog-Eintrag. Klingt nach großen Worten an einem historischen Tag.

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