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Edathy-Ermittlungen: Die Harke rechtfertigt umstrittenes Foto

Die Entstehung des umstrittenen Fotos erklärte Reckleben gegenüber der NDR-Sendung „Hallo Niedersachsen“
Die Entstehung des umstrittenen Fotos erklärte Reckleben gegenüber der NDR-Sendung „Hallo Niedersachsen“

Für die niedersächsische Lokalzeitung die Harke ist der Fall Edathy eine großer bundespolitischer Scoop. Als einziger Journalist war Stefan Reckleben bei der Hausdurchsuchung dabei. Für sein Foto der Wohnung des Politikers, wird er allerdings scharf kritisiert. Den Reporter ficht das aber nicht an. Immerhin sei Edathy kein „kleiner Bürgermeister", sondern "eine veritable Person der Zeitgeschichte".

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Weiter sagte der Reporter gegenüber Reuters, dass er bei seiner Darstellung bleiben werde. Den Hergang seiner Arbeit und die Entstehung des umstrittenen Fotos erklärte Reckleben gegenüber der NDR-Sendung „Hallo Niedersachsen“: „Wie das so ist: Das war ein Tipp aus der Bevölkerung. ‚Da ist Polizei, eine Wohnung von Bundespolitiker Sebastian Edathy wird durchsucht‘. Dann setzten wir uns in den Wagen und fahren da schleunigst hin“.

Genau das tat der Lokaljournalist. Besonders wichtig ist bei dieser Darstellung des Hergangs, dass er das umstrittene Bild von der Balustrade eines Treppenaufgangs aus gemacht habe. Er hätte niemals die Wohnung des Politikers betreten, sondern durch das Fenster fotografiert.

Auch sein weiteres Vorgehen beschreibt der Journalist gegenüber dem NDR. Immerhin war er der Erste, der den SPD-Politiker mit den Vorwurf der Kinderpornografie in Verbindung brachte und gegen den sich Edathy via Facebook so vehement wehrt. Anhand des anwesenden Oberstaatsanwaltes aus Hannover konnte Reckleben auf die Art der Vorwürfe rückschließen. Denn dieser kümmere sich überwiegend um solche Delikte. Bestätigt wurden Recklebens Vermutungen dann angeblich von einer Quelle aus der Landes-SPD.

Welche Konsequenzen das Foto für den Lokalreporter und seine Zeitung noch haben werden, lässt sich noch nicht absehen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Niedersachsen twitterte schon einmal „Das Foto durchs Fenster ist u.E. presserechtlich problematisch“ und auch der Presserat schaltet sich nun ein.

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Denn bei den Medienwächtern in Berlin ging bereits eine erste Beschwerde ein. Diese bezieht sich laut Spiegel Online gleich auf mehrere Ziffern des Pressekodexes. Unter anderem auf die Ziffer 8 („Schutz der Persönlichkeit“) und Ziffer 4 („Grenzen der Recherche“).

Das schlimmste, was die Harke von Seiten des Presserates droht, ist eine Rüge. Da könnte die Drohung einer Strafanzeige von Edathy schon unangenehmer werden. Doch auch vor der hat Reckleben keine Angst. Gegenüber „Hallo Niedersachsen“ versicherte er, dass er sich keine Sorgen mache. „Ach wissen Sie. In dem Beruf müssen sie mit allem rechnen“.

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