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Axel Springer und ein unmoralisches Angebot an den Postillon

Diese Mail erreichte die Satire-Seite
Diese Mail erreichte die Satire-Seite

Die Satire-Website Postillon ist die Medien-Überraschung des Jahres – und weckt jetzt offenbar auch Begehrlichkeiten bei Medienhäusern. Nachdem sich bereits Web-Riese Yahoo das Reichweiten-Wunder als Vermarktungsobjekt angelte, hat nun offenbar die Axel Springer AG beim Ein-Mann-Startup angeklopft.

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Betreiber Stefan Sichermann – ein ziemlich witziger Werber, den es in die Provinz verschlagen hat – startete bei Facebook am Mittwoch ein launiges Mitmach-Spiel. Sichermann postete einen Screenshot einer E-Mail, mit der offenbar ein leitender Angestellter von Springer einen Kontakt zu dem Satiriker anbahnen und nebulös einen „branchenübergreifenden Austausch unter Medienkollegen“ anstoßen wollte. Im Startup-Business-Klartext heißt das soviel wie: Ich will Dich kaufen, und zwar gestern!!!!!!!

Bei Sichermann scheint das nicht auf Gegenliebe zu stoßen, denn der machte das kryptische Gesprächsangebot gleich öffentlich und forderte seine zahllosen Fans auf, eine (natürlich ablehnende) möglichst gemeine Antwort darauf zu formulieren. Rasch waren bei der Website, die allein bei Facebook weit über 500.000 Fans hat, 2.000 Vorschläge eingegangen. Die Postillon-Leser sollen aus der Flut der Leser-Ideen ihren Favoriten wählen.

Hoch im Rennen war am Abend diese Formulierung von Steven Fox: „Vielen Dank für Ihr Schreiben. Hierdurch sind wir auf Ihren Verlag aufmerksam geworden und finden Ihr Geschäftsmodell durchaus interessant. Wir haben uns entschieden eine Übernahme Ihres Verlages zu prüfen und hoffen Sie schon bald als neues Tochterunternehmen der Postillon AG willkommen heißen zu dürfen.“

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Von wem die Anfrage stammte, hat „Der Postillon“ bei Facebook zwar unkenntlich gemacht. Aber die Funktion des Mail-Schreibers erscheint weiter im Klartext: „Leiter Strategie & Business Development“. Bei Axel Springer hat diesen Posten seit 2010 Mischa Sander inne, der laut Xing-Profil den akademischen Rang eines „Master of Management“ führt. Kurse in geschickter Kommunikation standen dabei wohl nicht auf dem Lehrplan.

Eine Anfrage von MEEDIA hat Mischa Sander bislang nicht beantwortet.

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