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Kopenhagener Zoo ertrinkt im Giraffen-Shitstorm

Die Facbook-Seite des Zoos aus Kopenhagen wurde weltweit bestürmt
Die Facbook-Seite des Zoos aus Kopenhagen wurde weltweit bestürmt

Wie konnte das passieren? Die gesunde Giraffe Marius wurde gestern aus Angst vor Inzucht vom Zoo Kopenhagen getötet, gehäutet, zerteilt und den Löwen zum Fraß vorgeworfen – und das auch noch vor Kinderaugen. In den Social Networks war die tote Giraffe gleich das Thema der Stunde. Im Minutentakt wurde die Facebook-Seite der Stadt Kopenhagen, vor allem aber des Zoos mit einem Shitstorm geflutet, wie ihn Dänemarks Hauptstadt noch nie erlebt.

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Es klingt nach der „Hangover“-Trilogie, doch es war blutige Realität: Die nicht mal zwei Jahre alte Baby-Giraffe Marius wurde gestern getötet, seziert – und die Überreste an Löwen verfüttert. All das spielte sich nicht auf der Leinwand, sondern im Kopenhagener Zoo ab – und zwar direkt vor Kindern, zu Lehrzwecken, wie Zoodirektor Beengt Holst später erklärte.

Allen Ernstes erklärte Holst weiter, er wäre „stolz“ auf die martialische Aktion, dank der die Kinder einen großen Einblick in die Anatomie der Giraffe bekommen hätten. Nötig wurde die Tötung, weil bei der zweijährigen Giraffe Marius nach den Regularien der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA) Inzuchtverdacht bestand und die genetische Artenvielfalt nicht gewährleistet werden könne.

Gigantischer Shitstorm auf Facebook: „Was für eine barbarische, widerliche Tötung einer zweijährigen Babygiraffe“

Dabei hätte Marius nicht sterben müssen:  Der Yorkshire Wildlife Park in England hatte sich eingeschaltet und in letzter Minute das Angebot unterbreitet, die Babygiraffe aufzunehmen – vergebens. Als wenig später Fotos der Nachrichtenagentur AP kursierten, die zeigten, wie die getötete Babygiraffe vor Kinderaugen seziert wurde, braute sich in den Social Networks ein Shitstorm zusammen.

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Twitter wurde gestern von empörten Tweets mit dem Hashtag #Marius förmlich geflutet. Auf Facebook erlebte die offizielle Tourismus-Seite der dänischen Hauptstadt den wohl brutalsten Shitstorm ihres Bestehens. Im Minutentakt taten wütende Nutzer ihre Empörung kund. „Was für eine barbarische, widerliche Tötung einer zweijährigen Babygiraffe, die bei Euch aufgezogen wurde“, war noch eine der harmloseren Meinungsäußerungen.

Social Media-Albtraum: „Verfügen nicht über das nötige Personal, um individuell zu antworten“

Komplett brachen die Dämme auf der offiziellen Facebook-Präsenz des Zoos Kopenhagen: „Der Zoo erlebt eine massive Debatte auf Facebook über eine unserer Giraffen. Wir würden die Fragen gerne einzeln beantworten, verfügen aber nicht über das nötige Personal.“

Kein Wunder: Bis zur Nacht gingen allein 2800 überwiegend aufgebrachte Kommentare ein. Wenn es den Albtraum eines Social Managers gibt – die Verantwortlichen des Zoos Kopenhagen und von VisitCopenhagen erleben ihn gerade. Und damit nicht genug: Die Facebook-Seite „Close Copenhagen Zoo„, die eine Petition zur Schließung des Kopenhagener Zoos anstrengen will, erreicht nur 14 Stunden nach ihrem Lauch bereits 9000 Fans…

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