Netflix: 400 Millionen Dollar für Europa- und Deutschland-Start

Netflix-CEO Reed Hastings
Netflix-CEO Reed Hastings

Digital Economy Ist es ein Zeichen von Angst, wenn man sich die ganze Zeit versichert gerade keine Angst zu haben? Am gestrigen Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass sich der US-Streaming-Riese Netflix 400 Millionen Dollar für seine Europa-Expansion leiht. Sofort hagelte es Reaktionen der einheimischen Anbieter wie Sky und Watchever, dass man völlig entspannt sei.

Werbeanzeige

Eine offizielle Bestätigung, dass das US-Unternehmen überhaupt noch in diesem Jahr plane den deutschen Markt in Angriff zu nehmen fehlt noch immer. Trotzdem mehren sich die Anzeichen dafür. Via Stellenanzeigen suchen die US-Amerikaner deutschsprachige Mitarbeiter. Allerdings ist die richtige Manpower nur ein Teil des Geschäftes. Im Kampf gegen Sky, Watchever, Maxdome & Co. dürfte allerdings der entscheidende Faktor in den Rechtepaketen liegen. Nur wer Top-Serien und Filme im Angebot hat, wird auch beim Kunden punkten können.

Diese Rechte sind sehr teuer. Um also den Angriff auf Europa finanzieren zu können, brauchen die US-Amerikaner Geld. Genau das haben sie sich nun verschafft. Wie das US-Branchenblatt Variety berichtet, nimmt die Online-Videothek dazu extra 400 Millionen US-Dollar an neuen Schulden auf. Dazu gibt das Unternehmen Schuldverschreibungen mit zehnjähriger Laufzeit aus. Damit drücken Netflix mittlerweile Gesamtschulden von rund 900 Millionen US-Dollar. Das sei nach Meinung von CEO Reed Hastings allerdings kein Problem. Noch immer hätte das Unternehmen „eine extrem moderate Verschuldungsquote“.

„Wir werden später in diesem Jahr in Europa expandieren“

Noch machen die US-Amerikern allerdings ein großes Geheimnis aus ihren konkreten Europa-Plänen. „Wir werden später in diesem Jahr in Europa expandieren, haben aber nicht gesagt, wo in Europa das sein wird“, so Netflix-Kommunikationschef Joris Evers gegenüber dem Medienportal OneTVMag. „Jede Diskussion über Pläne von Netflix für Deutschland wäre deshalb verfrüht“.

„Wir glauben, dass Netflix unser Hauptkonkurrent wird“

Trotzdem stellen sich die einheimischen Konkurrenten längst auf einen General-Angriff von Übersee aus ein und rühren via Interviews die PR-Trommel in eigener Sache. So erklärte der Chef des Internet-Videoanbieters Watchever, Stefan Schulz, im Merkur: „Ich glaube nicht, dass auf einmal alles anders wird, nur weil ein neuer Wettbewerber in den Markt kommt. Vor einem Jahr hätte mir das vielleicht noch Sorgen bereitet, heute nicht mehr, inzwischen sind wir stark genug.“

Schulz ist allerdings Realist genug, um zu sagen „Wir glauben, dass Netflix unser Hauptkonkurrent wird“.

Via Vorabmeldung von Business Punkt bring sich Sky schon einmal in Position. „Ich kann mir vorstellen, dass sie nach Deutschland kommen und auch ein bedeutender Player werden könnten – aber das wird kein Selbstläufer, und es wird sicherlich keinen Einfluss haben auf die Art und Weise unserer Handelns“, erklärt Sender-Chef Brian Sullivan.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige