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Das Social-Magazin „Paper“: Facebooks beste App

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Mark Zuckerberg spart sich die Geburtstagstorte. Zum zehnjährigen Jubiläum schenkt der Facebook-Gründer den Nutzern eine neue App. "Paper" ist eine Mischung aus digitalem Magazin und Social-Media-Anwendung. Gemacht für die Menschen, die ihre News schon längst aus Facebook beziehen. Doch was taugt die App? Und was taugen vor allem die Inhalte? Ein erster Kurztest.

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Auf den ersten Blick erinnert Paper, derzeit nur in den USA und nur für das iPhone erhältlich, an die wohl bekannteste Lese-App für Smartphones und Tablets: Flipboard.  Auf der Startseite bekommt der Nutzer große Bilder und weitere Geschichten im Kartendesign ausgeliefert. Das, was dort ausgeliefert wird, sind Inhalte aus dem persönlichen News-Feed. Jeder Eintrag ist eine Karte, die sich entweder anklicken oder per Wischgeste vergrößern lässt. Enthält dieser Eintrag einen Link, lässt dieser sich wie eine Streichholzschachtel aufklappen.

Doch Paper ist, wie der Name vermuten lässt, mehr als eine neue grafische Spielerei für den News Feed. Entstanden aus einem der legendären Facebook-Hackathons, bei dem Facebook-Mitarbeiter in wenigen Stunden neue Ideen vorstellen, bildet die iOS-Anwendung den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Apps, die das Social Network noch in diesem Jahr veröffentlichen will. Dahinter steckt eine neue Initiative namens Facebook Creative Labs, die sich auf die Entwicklung neuer Features und Programme konzentriert.

Das eigene Paper lässt sich mit wenigen Klicks zusammenstellen: Einfach den gesamten Screen nach unten wischen, schon taucht ein Untermenü auf. Dort leitet einen Klick auf „Edit Sections“ zur Rubriken-Übersicht weiter. Neben dem News Feed, der standardmäßig geladen wird, bietet Facebook 19 weitere Themenfelder an, die man dem eigenen digitalen Magazin hinzufügen kann – darunter Rubriken wie Sport, Design und Food, aber auch Special-Interest-Themen wie urbaner Lifestyle oder Make-up.

Deutschland-Start noch unklar

Der Haken: Deutsche Inhalte sucht man hier vergeblich. Denn Facebook testet Paper erst auf dem US-Markt. Dazu hat der Konzern Verträge mit etlichen Verlagshäusern geschlossen. So finden sich in Paper die großen US-Publikationen New York Times, Bloomberg, CNN und auch die BBC World News wieder. Wann und ob die App auch in Deutschland erhältlich ist, bleibt unklar.

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Auf den ersten Blick weiß das Facebook-Magazin durchaus zu überzeugen. Die horizontale Anordnung der Geschichten entschleunigt die Informationsaufnahme, man kommt ins Schmökern. Die Navigation erfordert keine großen Umstände, News lassen sich in Sekundenbruchteilen per Wischgeste öffnen und wieder schließen.

Noch aber kuratiert Konkurrent Flipboard Inhalte besser. Die von Facebook aufbereiteten Beiträge decken das Weltgeschehen zwar gut ab. So finden sich in der Kategorie „Headlines“ News zum neuen Microsoft-CEO, zum zehnten Geburtstag von Facebook, zu Al-Qaida sowie zu Unruhen in Zentralafrika. Doch obwohl in den vergangenen Tagen mehrmals Nachrichten zur Lage in der Ukraine über die Facebook-Timeline des Autoren liefen und gelesen wurden, ist zu diesem Thema via Paper nichts zu sehen.

Dabei soll genau das den Reiz des Social-Magazins ausmachen: Anhand der Vorlieben der Nutzer schlagen Algorithmen passende Inhalte vor, die den Nutzer auch interessieren könnten. Zudem soll die Anwendung erkennen, welche Geschichten im Social Network gerade besonders häufig diskutiert werden. Doch momentan kurartiert ein Team von Facebook-Mitarbeitern den Content noch händisch. Erst wenn die Maschinen ausreichend Material gesammelt haben, um passende Beiträge von News-Portalen, TV-Sendern und Blogs vorzuschlagen, soll der Prozess automatisiert werden.

Bis dahin bleibt Paper ein gelungenes Experiment, das nicht nur die „normale“ Facebook-App mit einem schönen Design und intelligenter Navigation verdrängen könnte. Auch Konkurrenz-Apps wie Flipboard oder Zite müssen sich nun warm anziehen. Die verfügen zwar schon über Millionen von Nutzern. Doch Facebook kommt zehn Jahre nach dem Start bereits auf 1,23 Milliarden Nutzer – und hat mit Paper seine bislang beste App für Smartphones herausgebracht.

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