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“Boah!” Wie Mercedes Promis vor den PR-Karren spannt

Boah, da biste platt: Jogi Löw, Franziska Knuppe, Jörg Pilawa und die Mercedes V-Klasse
Boah, da biste platt: Jogi Löw, Franziska Knuppe, Jörg Pilawa und die Mercedes V-Klasse

Mercedes hat in München seine neue V-Klasse vorgestellt. Das Auto hieß früher Viano und ist eine Art Riesen-Luxus-Familienkutsche. Für die Präsentation spannte Mercedes auch Promis wie Jörg Pilawa, Jogi Löw und Franziska Knuppe ein. Vor allem Pilawa fiel mit ungebremst öffentlich zur Schau getragener Auftrags-Begeisterung auf.

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Die V-Klasse ist das Mercedes-Pendant zum VW-Bus, der mittlerweile Multivan genannt werden will. Neben den Autos bot Mercedes beim Ortstermin in München auch Prominente auf. So genannte Markenbotschafter, die das neue Auto vertragsgemäß loben und preisen durften/sollten/mussten. Als besonders eifriger PR-Plauderer erwies sich ARD-Moderator Jörg Pilawa, der seine Werbe-Mission übererfüllte.

Pilawa ist seit Mai 2013 Markenbotschafter für den großen Mercedes, der damals noch Viano hieß. In der Hamburger Niederlassung durfte er für sich und seine Familie (Frau, vier Kinder) ein hübsches Sondermodell in Empfang nehmen. Pilawa gab damals zu Protokoll: “Im Mittelpunkt steht für mich jedoch neben ausreichend Platz für die vielen Dinge, die ein vierfacher Vater so transportieren muss, in erster Linie die Sicherheit und Zuverlässigkeit. Der Viano ist in dieser Hinsicht der perfekte Partner.” Sicherheit, Zuverlässigkeit, ein bisschen (sehr) langweilig und Jörg Pilawa. Passt.

Der ARD-Rückkehrer durfte am Donnerstag bei der Präsentation des Nachfolger-Modells V-Klasse in München nicht fehlen. Via Pressemitteilung tutete Mercedes folgendes Pilawa-Statement in die Welt: “Die V-Klasse ist jetzt echt ein PKW. Sie ist jetzt da angekommen, wo wir sie immer haben wollten. Also ich bin total begeistert. Du sitzt wirklich da drin und du denkst, du sitzt in einer Limousine, dann drehst du dich um und denkst boah, hier haben sogar noch vier Kinder und auch noch die Freunde der Kinder Platz. Also ich bin ganz begeistert, großartig gelungener Wurf von Mercedes.” Echt jetzt, ein Pkw? Boah! Wen meint Pilawa eigentlich mit “Wir”? Seine Familie? Sich selbst und Mercedes?

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Auch andere Promis werden von Mercedes vor den PR-Karren gespannt. Fußball-Bundestrainer Joachim “Jogi” Löw hat sich einen lustigen Text zurechtdengeln lassen, der dem Auto in Trainersprech huldigt: “Sie (die V-Klasse, Anm.d.Red.) überzeugt mit Qualitäten, die auch wir sehr schätzen. Das sind Variabilität, gute Raumaufteilung und technische Finesse. Auf allen Positionen variabel, das gefällt mir als Trainer ganz besonders. “ Schon wieder dieses “wir”. Vielleicht auch ein Pluralis Majestatis der Mercedes-Markenbotschafterkaste. Auch Model Franziska Knuppe durfte loben: „Bequem und gemütlich, wie im eigenen Wohnzimmer. Und hinzu kommt noch das Limousinen-Feeling.“

Nun ist die Idee mit Markenbotschaftern, die für ein Gratis-Auto und eventuell noch Extra-Kohle Produkte über den grünen Klee loben, nicht neu. Die Äußerungen von Joachim Löw können mit ein bisschen Wohlwollen sogar noch als so halb-selbstironisch ausgelegt werden. Aber wie der erfahrene Wurst-Werber Jörg Pilawa penetrant auf die Werbetube drückt (“Ich bin total platt.”), das ist auch für den Autohersteller fast schon kontraproduktiv.

Mercedes hat sich kürzlich von Markenbotschafter Boris Becker getrennt, angeblich weil der zu peinlich war und nicht mehr zum Mercedes-Image passen wollte. Das Beispiel Jörg Pilawa zeigt, dass auch ungebremst öffentlich zur Schau getragene Auftrags-Begeisterung ganz schön peinlich sein kann.

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