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ADAC Motorwelt-Chef tritt zurück

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Am Dienstag veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung schwere Vorwürfe gegen den ADAC und seinen Kommunikationschef und Chefredakteur der ADAC Motorwelt, Michael Ramstetter. Die Rede war davon, dass Stimmen zur Mitgliederwahl des "Lieblingsautos der Deutschen" massiv manipuliert wurden. Als Hauptverantwortlicher wurde Ramstetter ausgemacht, der zunächst die Vorwürfe abstritt. Nach einem Bericht der Bild am Sonntag, ist Ramstetter nun zurückgetreten. Die Fälschung wurde eingeräumt.

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Für den ADAC und die ADAC Motorwelt ist dies ein bemerkenswerter Vorgang. Ein bemerkenswert peinlicher Vorgang. Michael Ramstetter ist seit vielen Jahren Chefredakteur der einflussreichen ADAC Motorwelt. Außerdem ist er oberster Kommunikationschef des Automobil-Clubs und Chef der Stiftung Gelbe Engel, die die gleichnamige Veranstaltung ausrichtet, in deren Rahmen Jahr für Jahr das „Lieblingsauto der Deutschen“ gekürt wird, dieses Jahr der VW Golf. Aufgerufen zur Wahl sind alle knapp 19. Mio. ADAC-Mitglieder.

Nach Infos der SZ seien aktuell auf das Sieger-Auto VW Golf nur 3.409 Stimmen entfallen. Der ADAC behauptete offiziell, es seien 34.299 Stimmen gewesen. Im vergangenen Jahr war laut SZ die Rede davon, dass insgesamt 290.000 Stimmen abgegeben wurden. In Wirklichkeit seien es aber nur 76.000 gültige Stimmen gewesen. Die Stimmenauszählung, so die SZ, sei in den Händen von ADAC-Motorwelt-Chef Ramstetter gelegen. Sobald die Stimmen sein Büro verlassen hätten, schienen sie sich „vervielfacht“ zu haben, schrieb die Zeitung.

Außerdem gab es in dem Artikel Vorwürfen wegen fragwürdigen Verhaltens gegenüber Mitarbeitern und die Motorwelt soll nach Spenden der Stahl- und Autolobby an die Gelbe Engel Stiftung positive Artikel veröffentlicht haben. Der ADAC und Ramstetter wiesen die Vorwürfe zunächst zurück.

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Am Donnerstag ging die Gelbe-Engel-Gala wie geplant über die Bühne. Kurz darauf, so berichtet nun die Bild am Sonntag, habe Ramstetter seine Ämter niedergelegt und die Verantwortung für die Fälschung der Abstimmungszahlen übernommen. Laut BamS habe ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair Ramstetter nach einem Fragenkatalog der Bild am Sonntag zu einem Vier-Augen-Gespräch gebeten. Dabei habe Ramstetter die Manipulationen zugegeben und sich entschuldigt. Die geringe Teilnehmerzahl bei der Abstimmung sei ihm peinlich gewesen.

Die BamS zitiert Obermair mit den Worten: „Ich hätte einen solchen Vorgang im ADAC nie für möglich gehalten.“ Dem ADAC und seiner Mitgliederzeitschrift Motorwelt ist dadurch ein massiver Imageschaden entstanden. Der Verein will die Preisvergabe der „Lieblingsautos der Deutschen“ nun rückwirkend bis 2005 überprüfen.

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