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Die neuen Tech-Portale im Überblick

Was für ein Jahresauftakt in der Tech-Szene: Erst debütierte der AllThingsD-Nachfolger re/code, dann zog Yahoo mit dem Launch von Yahoo Tech! nach. Wenige Wochen zuvor hatte die frühere Wall Street Journal-Reporterin Jessica Lessin bereits mit The Information für einen Paid Content-Scoop gesorgt. Die Berichterstattung über die Boombranche erlebt, befeuert von den Neustarts ihrer Starjournalisten, selbst einen bemerkenswerten Boom. Doch welches Portal ist eigentlich für wen geeignet?

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Was für ein Jahresauftakt in der Tech-Szene: Erst debütierte der AllThingsD-Nachfolger re/code, dann zog Yahoo mit dem Launch von Yahoo Tech! nach. Wenige Wochen zuvor hatte die frühere Wall Street Journal-Reporterin Jessica Lessin bereits mit The Information für einen Paid Content-Scoop gesorgt. Die Berichterstattung über die Boombranche erlebt, befeuert von den Neustarts ihrer Starjournalisten, selbst einen bemerkenswerten Boom. Doch welches Portal ist eigentlich für wen geeignet?

Das Timing stimmt: Nie ging es der Tech- und Internetbranche besser, nie standen die Aktien höher, nie waren die Unternehmen wertvoller. Keine Frage: Apple, Google, Amazon, Facebook und Twitter sind die General Electric, Chrysler, Procter & Gamble, Walmart oder Coca Cola des 21. Jahrhunderts – und ihre Gründer und CEOs die modernen Rockstars.

Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs, Larry Page und Sergey Brin, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg oder die zerstrittenen Twitter-Gründer liefern mehr Stories für PrimeTime-TV-Sendungen, als sie sich Matthew Weiner für Mad Men einfallen lassen könnte. 




1.) re/code: Das AllThingD-Allstar-Portal


Der neue Tech-Liebling, auf den sich alle einigen können, ist ein alter Bekannter – er hat nur einen Neustart unter anderem Namen erfahren. re/code ist nichts anderes als AllThingsD in neuem Gewand: Die beiden Tech-Reporter-Titanen, Gadget-Guru Walt Mossberg und die gutinformierte, aber streitbare Kara Swisher, haben gleich ihr gewohnte AllThingD-Team um Katherine Bohret, Peter Kafka und John Paczkowski mitgebracht. 



Mossberg und Swisher lassen keinen Zweifel daran, dass sie auch in neuer Aufstellung exakt dort weitermachen, wo sie 2013 aufgehört haben: Bei der schnellen, manchmal exklusiven (Swisher) Tech-News, die man in den ersten Wochen allerdings auch an anderer Stelle gelesen hätte. Das nachdenkliche Einstiegsstück von Walt Mossberg ist noch das eigentliche Highlight der ersten Tage, obwohl es keinen Aktualitätsgehalt hat.      



re/code ist zweifellos eine Pflichtlektüre für Tech-Aficianodos, doch die Altstars Swisher und Mossberg, die nach eigenen Angaben die Mehrheit am neugegründeten Unternehmen halten (mit beteiligt sind u.a. NBCUniversal und Windsor Media, ein Unternehmen des einstigen Yahoo-Chefs Terry Semel), müssen sich mit ihrem neuen Baby 2014 auch erst einmal beweisen.



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2.) Yahoo Tech: Das Einsteigerportal


David Pogue, der andere große Gadget-Guru, folgte dem Vorbild des Branchenkollegen Walt Mossberg und verabschiedete sich nach 13 Jahren von seinem Arbeitgeber, dem Prestigeblatt New York Times, setzte sich dabei aber ins gemachte Nest. Das unternehmerische Risiko ist dem ehrgeizigen Alleinunterhalter bei seinem Engagements als Yahoo-Chefredakteur so eher fremd: Marissa Mayer brauchte ein Aushängeschild – und der 50-jährige Pogue wohl das, was man im Fußball so gerne "den letzten großen Vertrag" nennt.



Doch der Gadget-Guru mit den bemüht komischen Videos ist weiter in Topform und liefert von Tag eins an. Die charakteristischen Handson-Videos zu den Produkttest, etwa gleich dem iPad Air und den Mac Pro, sitzen wie in alten NYT-Zeiten. 

Das gilt auch für die gut verständlichen Ratgeber-Texte.

"Bei Yahoo Tech sprechen wir eine Sprache, die sich Englisch nennt. Es geht um den Menschen“, machte Pogue vorgestern bei der Vorstellung auf der CES deutlich. In anderen Worten: Pogue erteilte dem nerdigen Tech-Journalismus, wie er von Fachportalen wie The Verge, Engadget, Gizmodo oder eben re/code angeblich gepflegt werde, eine Absage. Die Ausrichtung ist klar: Yahoo Tech ist ein opulent gestaltetes Tech-Einsteiger-Portal, das fraglos seine Leser finden werden – wenn sie denn an Pogues Humor gefallen finden.
3.) The Information: Der teure Geheimtipp


Das Vorhaben schürte Häme. 399 Dollar? Soviel müssen die Leser von The Information berappen, die das Premium-Angebot der Techbranche beziehen wollen – und dafür gibt es nicht mal tagesaktuelle News, denn die bezeichnet Lessin als „Lärm". Technologie-Journalismus brauche schlicht "einen Neustart", erklärte die 29-Jährige ihren Ansatz, der vor einem Monat das Licht der Webwelt erblickte. 


Wenn einem der tollkühne Erfolg eines hochpreisigen Paid Content-Angebots gelingen kann, dann wohl Jessica Lessin, die die Branche über Jahre unter ihrem Mädchennamen Vascellaro als die vielleicht bestinformierte Reporterin des Silicon Valley kannte. Lessin war manches Mal noch näher an die Silikon Valley-Stars dran als Kara Swisher, was das Verhältnis zur älteren WSJ-Kollegin nicht unbedingt verbessert haben dürfte. 




Nach einem Jahr des Herumexperimentierens ist Lessin nun schon wieder weiter. Die frühere Wall Street Journal-Reporterin und ihr Team aus fünf Redakteuren bieten seit Anfang Dezember "Inside Reports aus der Welt der Technologie-Industrie" an. Eben: "Die Information, die ihren Preis wert ist".

Ob sich das am Ende als ein fragefähiges Geschäftsmodell erweist, bleibt noch abzuwarten. Die ersten Scoops sind Lessing unterdessen gelungen: Eine Story, wo der gefeuerte Apple-Topmanager Scott Forstall sein Sabbatjahr verbrachte oder warum Apple bei der iWatch-Produktion Schwierigkeiten hat. Da The Information mit einem weitaus schmaleren Budget als Yahoo Tech und re/code produziert wird, könnte Lessin am Ende der Überraschungserfolg gelingen.   



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