McDonalds tritt ins eigene PR-Fettnäpfchen

Ein typischer Fall von Wasser predigen, Wein verkaufen: Ausgerechnet McDonalds hat seinen Mitarbeitern auf einer internen Service-Seite den Ratschlag erteilt auf Fast-Food zu verzichten. Dort hieß es Pommes und Cheeseburger seien ungesund und erhöhen das Übergewichts-Risiko. Zudem sei es eine Herausforderung sich in einem Fast-Food Restaurant gesund zu ernähren. Der Spott ließ nicht lange auf sich warten und das PR-Desaster war perfekt. Das Unternehmen hat die Informationsseite nun vorübergehend geschlossen.

"Während Fast Food bequem und kostengünstig für einen hektischen Lebensstil ist, enthält es in der Regel viele Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz und erhöht das Risiko für Übergewicht", zitiert der US-Sender CNBC von der internen Webseite "McRessource." 
Zugespitzt wird das interne Fetteingeständnis durch ein Bild, das Pommes, Cheeseburger und Cola als "Unhealthy Choice" darstellt. Daneben befindet sich mit Salat, Wasser und einem Sandwich, das stark an den Konkurrenten Subway erinnert, die "Healthier Choice." Es sei eine Herausforderung sich in einem Fast-Food Restaurant gesund zu ernähren, schreibt das Unternehmen dazu und gibt zusätzlich den Tipp: "Essen Sie dort, wo eine große Auswahl an Salaten, Suppen und Gemüse angeboten wird."

Die interne Informationsseite "McRessource" war in der Vergangenheit des Öfteren in die Kritik geraten. Wie CNBC berichtet, soll die Fast-Food-Kette im vergangenen Monat Ratschläge gegeben haben, wie Mitarbeiter ihr Hauspersonal angemessen bezahlen. Angesichts dessen, dass McDonalds-Mitarbeiter in der Regel nur den gesetzlichen Mindestlohn erhalten, wurde dem Unternehmen damals schon Realitätsferne und Geschmacklosigkeit vorgeworfen. Gelernt hat die US-Kette daraus offenbar nicht. 
McDonalds hat die Seite nun vorübergehend zur Überarbeitung geschlossen. In einem Statement sieht sich das Unternehmen aber nicht blamiert: "Die Webseite enthält nützliche Informationen von Dritten über verschiedene Themen wie Gesundheit oder Wellness. Sie umfasst auch Informationen von Experten über gesunde, ausgewogene Ernährung. McDonalds stimmt diesen Ratschlägen zu." Zudem betont das Unternehmen mittlerweile gesündere Alternativen im Sortiment zu führen.

Für die Fast-Food-Kette kommt der interne Kommunikations-Fauxpas zur Unzeit. Schon länger versucht sich die Burger-Kette ein grüneres und gesünderes Image zu verpassen. Mit solchen unbedarften Postings im eigenen Intranet, wird ein immenser Medienschaden angerichtet. Die Verantwortlichen bekommen in den nächsten Tagen wohl kaum ein Happy Meal spendiert.

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