Zahl der entführten Journalisten steigt

Steigende Gefahr für Journalisten: In diesem Jahr wurden weltweit mehr als doppelt so viele Medienschaffende entführt wie 2012. Das geht aus der Jahrsbilanz der Organisation Reporter ohne Grenzen hervor. Demnach ist die Zahl der entführten Journalisten von 38 auf 87 gestiegen. Die Fälle, in denen Journalisten bei ihrer Arbeit getötet wurden, hat sich dagegen von 88 auf 71 reduziert. In die Liste der gefährlichsten Länder für Reporter sind Indien und die Philippinen aufgerückt. Die alarmierendsten Zahlen stammen jedoch aus Syrien.

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"Insgesamt ist die Arbeit von Journalisten weltweit keineswegs sicherer geworden", sagt ROG-Vorstandssprecherin Astrid Frohloff. Als das gefährlichste Land in diesem Jahr gilt Syrien, wo mit unverminderter Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, einschließlich der Medienschaffenden vorgegangen wird. Insgesamt sind hier 2013 zehn professionelle Berichtersatter und 35 Bürgerjournalisten gestorben. Aber auch die Zahl der systematischen Entführungen, mit der Reporter von Islamisten in Syrien zum Schweigen gebracht werden, sei laut den ROG besorgniserregend. 
Aber auch in Indien und auf den Philippinen ist die Arbeit für Journalisten immer gefährlicher. Während in Indien die Gewalt von Mafiagruppen, Demonstranten und Anhängern politischer Parteien ausgeht, wird auf den Philippinen immer öfter von Motorrädern auf Journalisten geschossen. Auch das Bürgerkriegsland Somalia und Pakistan gehören nach wie vor zu den fünf gefährlichsten Ländern für Medienschaffende. Zwar sei die Zahl der getöteten Berichterstatter in Somalia deutlich gesunken (sieben Journalisten, 2012: 18) doch die islamistische Al-Shabab-Miliz würde weiterhin nicht vor brutaler Gewalt zurückschrecken. So wurde im März eine junge Radiojournalistin auf den Straßen der Hauptstadt mit fünf Schüssen gezielt getötet.
Nach wie vor werden Journalisten auf offener Straße bedroht, angegriffen oder festgenommen, wenn sie beispielsweise über Demonstrationen oder Kundgebungen berichten. Hier stieg die Zahl um neun Prozent auf 2160. Die Fälle, in denen Journalisten aufgrund von Verfolgung und Gewalt aus ihrem Heimatland fliehen mussten, liegt bei 77. Auch hier kommt der Großteil (31) wieder aus Syrien. Mindestens 178 Journalisten sitzen momentan im Gefängnis. Die meisten von ihnen in China, Erirea, der Türkei, dem Iran und Syrien.

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