Redtube: Staatsanwaltschaft Köln ermittelt

Die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Werdermann | von Rüden will aus Justizkreisen erfahren haben, dass die Staatsanwaltschaft Köln von Amts wegen gegen Verantwortliche in der sogenannten Redtube-Affäre ermittelt. Die Ermittler waren offenbar nach den vielen Berichten der vergangenen Woche auf den Fall aufmerksam geworden und hatten Ermittlungen eingeleitet. Denn noch ist unklar, wie die Kanzlei juristisch einwandfrei an die IP-Adresse der Nutzer gelangt ist.

"Wenn die Staatsanwaltschaften nun auch ohne Anzeigen ermitteln, bedeutet dies, dass hier offenkundig der Verdacht von Straftaten im Raum steht", erklärt Rechtsanwalt Johannes von Rüden. "Damit kann der Frage nachgegangen werden, wie itGuards die IP-Adressen tausender unbescholtener Bürger ermitteln konnte."
Das Landgericht Köln hatte zuvor in über 60 Auskunftsbeschlüssen auf Antrag des Berliner Rechtsanwalts Daniel Sebastian die persönlichen Daten von tausenden Anschlussinhabern herausgegeben. Daran anschließend hatte die Regensburger Kanzlei U+C Massen-Abmahnungen verschickt.
Mit Hilfe einer Software namens "GLADII 1.1.3." sollen die IP-Adressen festgestellt worden sein. "Dateien beziehungsweise Dateibündel werden eindeutig durch eigene URL, mithin eine einzigartige Rescourcenverweisung (Link) identifiziert", erklärt Rechtsanwalt Daniel Sebastian die Feststellung der IP-Adressen. "Für jeden dieser Links existiert ein einzigartiger, sogenannter Hash-Wert, der mit dem digitalen Fingerabdruck einer Datei oder eines Links vergleichbar ist und diesen unverwechselbar macht." Allerdings würden weder der Antrag noch der Beschluss darauf hinweisen, dass hier ein Streaming-Portal oder überhaupt RedTube überwacht worden sei.
"Das Gutachten erklärt nicht im letzten technischen Detail, wie die IP-Adressen der Nutzer ermittelt wurden. Das ist Geschäftsgeheimnis der Ermittlungsfirma", hatte Anwalt Thomas Urmann von der Kanzlei U+C gegenüber der Welt erklärt. Das bedeutet allerdings, dass das Landgericht Köln keinen ausreichenden Einblick in die Ermittlungen der Kanzlei hatte, als die Anträge abgesegnet worden waren. Um dennoch eine Entscheidung treffen zu können, hätten die Richter eine dritte Kanzlei zu Rate gezogen. Demnach seien laut Welt keine Gesetzesverstöße zu erkennen gewesen. Nun gehen die Ermittler der Staatsanwaltschaft Köln der Sache nach.

Mehr zum Thema

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*