Konsolenkrieg: PS4 weltweit vor XBox One

Der Erfolg einer Spielkonsole entscheidet sich zwar immer erst nach Jahren, doch die ersten Verkaufs-Trends der beiden neuen Geräte Playstation 4 und XBox One zeichnen ein klares Bild. Wie die Markt-Analysten von VGChartz berichten, gingen bis Ende November 2,1 Mio. neue Playstations und 1,6 Mio. XBox Ones über die Ladentische. In Deutschland, wo bis ins nächste Jahr hinein wohl keine Playstations mehr in den freien Handel kommen, liegt die PS4 mit 113.000 zu 77.000 vorn.

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Die Playstation-Zahlen, die sich in Deutschland nur auf die ersten Verkaufstage beziehen, zeigen, wie wenige Konsolen von Sony nach Deutschland geliefert wurden. 113.000 deckten jedenfalls bei Weitem nicht das Interesse derjenigen ab, die möglichst schnell eine Playstation 4 haben wollten. Bis weit ins neue Jahr hinein werden hierzulande nur Leute eine PS4 bekommen, die sie frühzeitig vorbestellt haben. So heißt es bei Amazon beispielsweise derzeit, dass selbst Vorbestellungen, die nach dem 28. November eingegangen seien, erst nach Januar bedient würden, nur diejenigen, die vor dem 30. September vorbestellt haben, bekommen ihre Konsole noch vor Weihnachten. Warum Sony den Markt so knapp hält – ob bewusst, um das Produkt noch begehrter zu machen – oder unbewusst, weil man ganz einfach nicht schnell genug mit dem Produzieren hinterher kommt, weiß nur der Konzern selbst.

Insgesamt ist der Vergleich zwischen Playstation 4 und XBox One zu einem so frühen Zeitpunkt etwas schwierig. Der klare Trend zeigt aber in Richtung Sony. So verkauften sich selbst im XBox-Heimatland USA bisher weniger XBox-One-Geräte als neue Playstations. Die Zahlen von VGChartz, die zwar nicht offiziell sind, aber nah an der Realität liegen dürften, zeigen, dass in den USA bis zum 30. November 1,25 Mio. PS4 und 967.000 XBox Ones verkauft wurden. Bei der Vorgänger-Generation liegt hier die XBox 360 mit bisher 41,76 Mio. verkauften Konsolen deutlich vor der PS3 mit 25,59 Mio. Zwar kam die PS4 in den USA früher auf den Markt, doch auch der Vergleich zwischen den entsprechenden Launch-Wochen spricht für die Playstation.

Ein Vergleich der ersten Verkaufszahlen der neuen Geräte mit denen der Vorgänger-Generation zeigt bei Sony trotz der Geräte-Knappheit bessere Zahlen als beim damaligen Launch. Für Europa gerechnet – ein weltweiter Vergleich macht wegen der damals bei der PS3 stark auseinander gezogenen Release-Termine keinen Sinn – liegt die PS4 in der ersten Verkaufswoche mit 671.000 Verkäufen vor der PS3, für die im März 2007 516.000 abgesetzte Konsolen gezählt wurden. Die XBox One ging in Woche 1 in Europa 327.000 mal über die Ladentresen, bei der XBox 360 waren es im Dezember 2005 noch 337.000. Hier liegt die neue Konsole also unter dem Vorgänger, allerdings erfolgte der XBox-One-Launch auch noch nicht in allen europäischen Ländern.

Der endgültige Erfolg einer Konsole zeigt sich jedoch erst nach Jahren. Je mehr Spiele veröffentlicht werden – und vor allem je mehr gute Spiele veröffentlicht werden – desto mehr Konsolen werden auch verkauft. Die Playstation 3 erlebte ihren weltweiten Verkaufs-Peak beispielsweise erst im Weihnachtsgeschäft 2010, die XBox 360 sogar erst Weihnachten 2012. Selbst jetzt werden angesichts sehr attraktiver Preise und des großen Software-Angebots noch Hunderttausende PS3- und XBox-360-Konsolen pro Woche verkauft. Ob am Ende die Playstation 4 oder die XBox One die 80,9 Mio. Verkäufe der PS3 oder die 79,8 Mio. der XBox 360 erreichen werden, zeigt sich erst in einigen Jahren.

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