Gurlitt-„Focus“ nur im Kiosk-Mittelmaß

Es war der größte Scoop, den der Focus in der jüngeren Vergangenheit präsentieren konnte - und er hat eine wochenlange Welle in sämtlichen großen Medien ausgelöst. Aber dennoch hat er dem Focus keinen wirklichen Auflagen-Push beschert. Nur 81.969 mal ging Ausgabe 45/2013 im Einzelverkauf über die Ladentresen - lediglich 1.000 mal mehr als im aktuellen 3-Monats-Durchschnitt und 7.500 mal weniger als im 12-Monats-Durchschnitt. Spiegel und stern blieben in der aktuellen Cover-Check-Woche klar unter dem Soll.

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Zum Vergleich: Mit dem Titel "Verzockt! – Die bittere Wahrheit über den Geschäftsmann Boris Becker" kam der Focus zwei Wochen vor dem Gurlitt-Scoop auf 89.387 Einzelverkäufe – rund 7.500 mehr als jetzt mit Heft 45 und der Zeile "Der Nazi-Schatz – Sensations-Fund nach 70 Jahren". Selbst Adolf Hitler hievte man verkaufsfördernd auf das Cover. Doch die 81.969 Einzelverkäufe reichen nur für den 24. Platz der aktuellen Focus-Jahres-Charts – pures Mittelmaß also. Und der letzte 100.000er-Focus ist nun schon wieder 15 Wochen her. Dennoch: Nur mit Scoops wie diesem kann das Magazin wieder relevanter werden. Und so könnte der Gurlitt-Titel dem Magazin zwar kurzfristig keinen Erfolg beschert haben, langfristig aber möglicherweise schon, wenn das Magazin sich mit solchen Geschichten verstärkt wieder ins Gespräch bringt.

Klar unter dem Soll blieb Der Spiegel mit seiner Nummer 45/2013: Sorgten die Snowden-Enthüllungen zur NSA anfangs noch für starke Auflagen, kam der Titel "Asyl für Snowden!" nur noch auf 256.363 Einzelverkäufe und damit auf den sechstschwächsten Wert des laufenden Jahres. Zudem blieb man jeweils mehr als 20.000 Einzelverkäufe unter den Durchschnittswerten der vergangenen drei Monate (277.500), bzw. 12 Monate (278.500).

Edward Snowden hatte in der aktuellen Heftauflagen-Woche auch der stern auf dem Titel, allerdings nur als kleinen Teaser zum "exklusiven Interview mit seinem Vater". Großes Titelthema der Nummer 46/2013 war hingegen "Lieben lernen – Wie man Bindungsängste überwindet und als Paar glücklicher ist" – ebenfalls kein großer Verkaufserfolg. 216.289 griffen am Kiosk zu, rund 30.000 weniger als im 12-Monats-Durchschnitt und fast 15.000 weniger als im 3-Monats-Durchschnitt des sterns. Immerhin: In der Vorwoche gab es noch ein paar Einzelverkäufe weniger.

  

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