BildPlus: Springer meldet 152.493 Abos

Nach sechs Monaten vermeldet der Bild-Verlag Axel Springer erste Zahlen zum Bezahlsystem BildPlus. Auf einer Veranstaltung für Journalisten nannte Donata Hopfen, die Geschäftsführerin der Bild KG, die Zahl von 152.493 voll zahlenden Abonnenten. Ein Drittel der Zahler hätten zusätzlich das Angebot "Bundesliga bei Bild" gebucht, das 2,99 Euro im Monat kostet. Die Zahlen seien sauber gerechnet, ohne Gratis- und Testabos. Springer-Chef Mathias Döpfner findet das "extrem ermutigend".

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Das Bezahlsystem BildPlus wurde im vergangenen Juni eingeführt. Das Prinzip: Die Redaktion kann frei bestimmen, welche Inhalte kostenpflichtig sind und welche frei zugänglich. Je nach Situation kann mal mehr "geplusst" werden, mal wieder "entplusst". Das günstigste Abo kostet 4,99 Euro, darüber Zugang via Web, Smartphone und Tablets. Premium für 9,99 Euro liefert eine E-Paper-Ausgabe mit, für 14,99 Euro (Komplett) gibt’s Gutscheine für die gedruckte Ausgabe. Die Bundesliga kostet pro Paket den Aufpreis von 2,99 Euro.

Wie genau sich die gut 150.000 Abos auf die einzelnen Pakete verteilen, dröselte Springer nicht auf. Aber: Das günstigste Paket ist das bestverkaufte. Sind etwa 50.000 Fußball-Abos für 3 Euro im Monat nicht eine recht kleine Zahl? Auch Premiere bzw. Sky habe recht lange gebraucht, bis das Bundesliga-Geschäft anlief, meinte Döpfner. Nicht zu vergessen: Springer vermarktet das Angebot auch. 

"Wir wissen nicht, ob es langfristig funktionieren wird", sagte Döpfner über die verschiedenen Bezahlmodelle des Verlags. Die Einführung an sich sei richtig gewesen. Als Erfolg verbucht Digital-Managerin Hopfen, dass laut der Statistik drei Viertel der BildPlus-Abos abgeschlossen werden, um konkrete Beiträge wie etwa zuletzt den Bild-Gehaltsreport ("Das verdient Deutschland") zu lesen. Nur ein Viertel der Abschlüsse erfolge aufgrund von Marketing-Maßnahmen.

Eine Kurve, die Hopfen zur Abo-Statistik präsentierte, zeigt eine ziemlich stetig gerade aufsteigende Linie – ohne große Ausbrüche nach oben oder unten. Die Konvertierung bei 14 Millionen Unique Usern liege nach sechs Monaten bei 1,1 Prozent. D.h. über den Werten beispielsweise der New York Times nach sechs Monaten und über der hauseigenen Welt (0,6 Prozent nach sechs Monaten).

Gleichzeitig zum Aufbau von BildPlus sei es gelungen, so Donata Hopfen, die Reichweite der Website stabil zu halten. Weitere Positivmeldungen aus Hopfens Sicht: die Technologie funktioniere und die Kunden bekämen durch den Abo-Abschluss nun "ein Gesicht", d.h. einen Namen, eine Adresse und weitere persönliche Merkmale.

Fast erstaunlich sei das, sinnierte Döpfner, angesichts des qualitativ hochwertigen Gratis-Umfeldes bei den Zeitungs-Portalen. Vielleicht setze sich ja die Erkenntnis durch, dass Journalismus ruhig etwas kosten könne. Beziehungsweise auch, dass kostenpflichtige Inhalte "mehr wert" seien. Nun müsse sich auch in der digitalen Welt die analoge Regel durchsetzen, dass zahlende Leser wertvoller seien – vor allem auch für Werbekunden.

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