Wie Apple vom China-Mobile-Deal profitiert

Nach sechsjährigen Verhandlungen ist der meist erwartete Vertragabschluss in der Mobilfunkbranche endlich fix. Apple und der weltgrößte Provider China Mobile sind sich handelseinig. Wohl noch im Dezember wird Apple sein iPhone endlich über den größten chinesischen Mobilfunkprovider vertreiben. China Mobile hat für den 18. Dezember ein Presse-Event zur Vorstellung seines 4G-Netzes angekündigt. Apple erhält damit Zugang zu über 740 Millionen potenziellen Kunden – und ein großes Aufwärtspotenzial in seiner 2014er-Bilanz.

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Nach sechsjährigen Verhandlungen ist der meist erwartete Vertragabschluss in der Mobilfunkbranche endlich fix. Apple und der weltgrößte Provider China Mobile sind sich handelseinig. Wohl noch im Dezember wird Apple sein iPhone endlich über  den größten chinesischen Mobilfunkprovider vertreiben. China Mobile hat für den 18. Dezember ein Presse-Event zur Vorstellung seines 4G-Netzes angekündigt. Apple erhält damit Zugang zu über 740 Millionen potenziellen Kunden – und ein großes Aufwärtspotenzial in seiner 2014er-Bilanz.

Es schien fast, als sollte der Tag nie mehr kommen. Seit Jahren keimte mit jedem iPhone-Launch die Hoffnung auf, dass Apple endlich der Vertragsabschluss mit China Mobile gelingen sollte, doch dann wurde doch nichts daraus. Mal wurde Tim Cook in China gesichtet und traf sogar mit CEO Yue Li zusammen – doch der Apple-Chef reiste offenkundig immer wieder mit leeren Händen ins heimische Cupertino.

Die Gerüchte kamen und gingen. Als Apple im September zur Vorstellung des iPhone 5s eine zusätzliche Satellitenkonferenz in Shanghai anberaumte, schien alles klar – doch wieder nichts. Der sagenumwobene China Mobile-Deal wurde zur Posse. Tim Cook, so schien es, hatte das Glück verlassen. Selbst vor wenigen Tagen folgte noch einmal die Rolle rückwärts – die Webseite eines angeblichen Tochter-Unternehmens von China Mobile entpuppte sich als Hoax.

Abschluss mit dem letzten großen Provider

Doch nun ist der Deal endlich – endlich! – fix. Warum ist der Vertragsabschluss mit einem einzigen Mobilfunkanbieter so enorm wichtig für Apple, dass die Fachwelt seit Jahren seismografisch die kleinsten Anzeichen auslotet?  Weil China Mobile das fehlende Stück in Apples Mobilfunk-Puzzle war.       

Seit Verizon Wireless 2011 und NTT Docomo vor zwei Monaten hatte Apple Vertragsabschlüsse mit allen großen Providern –  nur eben nicht mit dem größten. Die Auslieferung an bis zu 750 Millionen potenzielle Kunden ging Apple Jahr für Jahr durch die Lappen.

Gene Munster rechnet mit 17 Millionen zusätzlich verkauften iPhones

In einer Zeit, in der der iKonzern an seine Wachstumsgrenzen stößt und 2013 den ersten Gewinnrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt zu beklagen hatte, ist der Vertragsabschluss das Zünglein an der Waage, der Apple nachhaltiger wieder in die Erfolgsspur bringt als etwa eine neue iPad-Generation.

Auf allein 17 Millionen verkaufte iPhones taxierte Staranalyst Gene Munster das zusätzliche Absatzpotenzial des Deals im laufenden Geschäftsjahr, in dem das wichtige Weihnachtsquartal fehlt. Das dürfte indes noch konservativ gerechnet sein. Frühere Analystenschätzungen bezifferten das zusätzliche Absatzpotenzial eines vollen Geschäftsjahres auf 30 bis 35 Millionen iPhones.

China Mobile-Deal: Freifahrtschein fürs Geschäftsjahr 2014

Das entspricht in etwa dem gerade abgelaufenen September-Quartal – und zwar aller weltweiten Verkäufe. Cook hat mit einer Unterschrift das Absatzpotenzial eines ganzen Quartals erworben. 7,5 Milliarden Dollar oder 8,39 Dollar je Aktie verdiente Apple zwischen Juli und September.

Da der Kultkonzern aus Cupertino weiterhin mit dem iPhone den Löwenanteil seiner Gewinne einfährt, kommt der Deal in etwa einem Freifahrtschein von 5 Dollar je Aktie gleich. Spätestens an dieser Stelle dürften Aktionäre hellhörig werden. Das Aufwärtspotenzial entspricht nämlich ziemlich genau dem Einbruch der vergangenen vier Quartale, als die Gewinne insgesamt um 4,25 Dollar erodierten.

Apple-Aktie auf 52-Wochen-Hochs

In anderen Worten: Allein dank des China Mobile-Deals könnte Apple zum Rekordergebnis aus dem Jahr 2012, das bei 44 Dollar gelegen hatte, rein rechnerisch wieder aufschließen. Entsprechend ist die Reaktion der Märkte zu deuten.

In der Erwartung, dass der Deal nun endlich kommt, zog die Aktie in den vergangenen zwei Handelswochen um fast 50 Dollar an, um nunmehr bei 567 Dollar auf 52-Wochen-Hochs zu notieren. Voll eingepreist hat der Markt das Potenzial des Deals offenbar noch nicht: Die Allzeithochs aus dem Jahr 2012 bei über 700 Dollar erscheinen immer noch wie aus einer anderen Zeit.

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