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So will Blumencron FAZ.Net aktueller machen

FAZ-Digital-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron zurrt seine Strategie für die weitere Entwicklung von FAZ.Net fest. Das Web-Angebot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll demnach deutlich aktueller und relevanter werden. “FAZ.Net wurde zu wenig als aktueller Begleiter durch den Tag wahrgenommen - das ändern wir gerade.”, so v. Blumencron zu MEEDIA. Dafür werden für die Digitalsparte zehn neue Kollegen eingestellt, die vor allem die Seite steuern sollen.

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RvD, Redakteur vom Dienst, nennt sich der Job bei FAZ.Net, dessen Bedeutung der frühere Spiegel- und Spiegel-Online-Chef Müller von Blumencron, deutlich ausbauen will. So soll die Mehrheit der Neu-Einstellungen auf diese RvD-Positionen entfallen, die sich um die Steuerung der Website kümmern. Bei Spiegel Online heißen diese Leute CvDs, Chef vom Dienst. Gleichzeitig soll der Online-Newsroom räumlich vergrößert werden und es soll mehr Wert auf Videos und Fotos gelegt werden. Außerdem sind neue Themenblogs geplant.

Inhaltlich sei die FAZ dagegen bereits vorbildlich aufgestellt. Neue Kolumnisten oder Reporter brauche es nicht, so Blumencron. Die Zeitung habe gute Leute in Hülle und Fülle. Ihm geht es eher darum, die Inhalte der Zeitung und der Online-Redaktion aktueller und besser zu präsentieren und Print und Online noch stärker zu verzahnen. Ziel ist – natürlich – FAZ.Net bei der Reichweite ein gutes Stück nach vorne zu bringen. Da ist nämlich durchaus noch Luft nach oben. Im Oktober lag FAZ.Net mit 31,3 Mio. Visits laut IVW (Web + Mobile) auf Platz 8 der News-Angebote. Knapp hinter Zeit Online aber ein deutliches Stück hinter Welt.de (46,5 Mio.), sueddeutsche.de (46,7 Mio.), n-tv.de (63,4 Mio) und Focus Online (75,0 Mio.). Blumencrons alter Arbeitgeber Spiegel Online (203,3 Mio.) spielt zusammen mit Bild.de (253,9 Mio.) nochmals in einer eigenen Reichweitenliga.

FAZ.Net soll aktueller, nachrichtlicher werden, aber auch schnell und präzise kommentieren und die so wichtig Deutung zu Geschichten zeitnah liefern. Als Vorteil bezeichnet es v. Blumencron, dass man bei der FAZ keine parallelen Strukturen aufbauen müsse. Ein Hinweis auf die Arbeitsweise bei Spiegel Online, wo gerade erst versucht wird, die bislang strikt getrennte On- und Offline-Redaktion stärker zusammenzuspannen. Bei der FAZ dagegen ist es Usus, dass Zeitungs-Redakteure auch online mit Stücken präsent sind.

Paid Content genießt kurzfristig kein Priorität. Hier entwickelt die FAZ gemeinsam mit dem Handelsblatt im Rahmen der Verlags-Initiative Quality Alliance eine gemeinsame technische Plattform. Mit ersten Pay-Inhalten bei FAZ.Net sei frühestens in der zweiten Hälfte 2014 zu rechnen. Früher sollen die Apps der FAZ aufgemöbelt werden. Noch im Dezember wird es neue Zeitungs-Apps für iOS und Android-Betriebssysteme geben, die es erstmals auch ermöglichen, die Print-FAZ optimiert auf einem Smartphone zu lesen. Weitere Apps sind in Vorbereitung: “Was fehlt sind starke, aktuelle Apps für FAZ.Net. Da werden wir den Lesern bald ein neues Angebot machen”, so v. Blumencron. Einen genauen Zeitpunkt hierfür gibt es noch nicht.

Seinem groß gewordenen “Baby” Spiegel Online wird Mathias Müller von Blumencron mit FAZ.Net kaum Konkurrenz machen können. Der Tanker SpOn verfügt über eine ungleich größere Redaktion und hat mit Spiegel TV einen eigenen Bewegtbild-Produzenten im Haus. Online zu den Digital-Angeboten von der Süddeutschen Zeitung und der Welt aufzuschließen und die Zeit zu überholen – das wäre mittelfristig für den neuen Digital-Kopf bei der FAZ dagegen ein zwar sportliches, aber machbares Ziel.

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