AGOF: Apps wachsen stärker als Websites

Interessante Entwicklung in den AGOF mobile facts: Zwar sind die mobilen Websites weiterhin die großen Publikumsmagneten, doch die Apps legten diesmal massiv zu und glichen zum Teil Nutzer-Verluste bei den mobilen Websites aus. Extreme Zuwächse gab es beispielsweise für die Android- und iPhone-Apps von Spiegel Online die jeweils um die 40% zulegten. Die Top-Marke der mobile facts bleibt Gute Frage mit inzwischen fast 6 Mio. Unique Mobile Usern.

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Gute Frage, das nur als mobile Website verfügbar ist und ohne Apps auskommt, gewann gegenüber den mobile facts 2013-I noch einmal 10,4% hinzu und liegt nun bei 5,919 Mio. Unique Mobile Usern. Der Vorsprung auf die Nummer 2 wetter.com vergrößerte sich damit auf über 1 Mio. Nutzer. Allerdings muss von vornherein angemerkt werden, dass die Zahlen weiterhin sehr vom Erhebungszeitraum abhängen. So werden die mobile facts noch nicht durchgehend ermittelt, sondern in einzelnen, nicht zusammenhängenden Monaten. Bei der Welle 2013-I war das der Mai, bei der aktuellen 2013-II der Juli. Darunter litten potenziell Wetter-Angebote, die im Juli allgemein schwächer waren als im Mai – und vor allem Fußball-Angebote, weil der Juli nunmal mitten in der Sommerpause zwischen den Saisons lag.

Zu den Verlierern der mobile facts gehören somit auch der kicker, der 9,2% einbüßte und iLiga mit -20,3%, sowie eben wetter.com und wetter.de mit 3,8% und 20,5% weniger Nutzern als beim letzten Mal. Zurück zur Spitze der Angebots-Charts, in denen alle Nutzer von Websites und Apps einer Medienmarke zusammengezählt werden. Hinter wetter.com folgen Bild und Spiegel – die Bild zog dabei an Spiegel Online vorbei. Aber Moment: Wurde Spiegel Online nicht eben noch als großer Gewinner gefeiert? Ja und Nein. Die Spiegel-Apps gewannen zwar massiv hinzu, doch die mobile Website büßte dafür 132.000 Nutzer ein. Unter dem Strich bleibt damit ein Plus von 4,1%, die Bild erreichte eins von 12,5%, weil man mit Website und Apps zulegte.

Die anderen großen Nachrichtenmarken konnten nicht näher an Bild und Spiegel heran rücken: Focus gewann dabei leichte 2,1%, Die Welt büßte 2,3% ein, Süddeutsche.de gewann 6,1%, stern.de verlor deutliche 8,0%. Große Gewinner innerhalb der Top 25 sind prozentual gesehen Yahoo und das in den Sommermonaten immer extrem starke Transfermarkt mit einem Zuwachs von jeweils mehr als 20%, sowie ImmobilienScout24 und KaufDA mit 18,0% und 18,5%. Nach unten ging es vor allem für Vodafone mit -15,2%, außerdem wie erwähnt für den kicker und stern.de.

Auf den Rängen 26 bis 50 finden sich vier Anbieter, die beim letzten Mal nicht oder noch nicht dabei waren: Motor-Talk steigt mit mehr als 900.000 mobilen Nutzern direkt auf Platz 36 ein, barcoo auf 40, Der Tagesspiegel auf 48 und StauMobil auf 49. Die beiden großen Verlierer iLiga und wetter.de sind wie bereits genannt, massiv nach oben ging es für die Angebote der WAZ, AutoScout24, ein Profiteur des Erhebungs-Sommermonats Juli, sowie Giga und Urbia.de. Die 289,9%, die die WAZ hinzu gewonnen hat, sollten aber mit Vorsicht genossen werden, hier wurden beim letzten Mal ganz offensichtlich noch nicht alle WAZ-Bestandteile mit einberechnet.

Kommen wir zu den Einzelteilen des Angebots-Rankings: den populärsten von der AGOF erfassten mobilen Websites und den erfolgreichsten Apps. Zunächst die Websites: Logischerweise führt auch hier Gute Frage die Tabelle an – mit dem 10,4%-Plus, das wir schon im Gesamt-Ranking beobachtet haben. Dahinter folgen hier aber Bild.de und Spiegel Online, Bild.de baute den Vorsprung auf den Spiegel auf mehr als 500.000 Nutzer aus. Deutlich gewonnen haben zudem Yahoo, Urbia.de und die Gelben Seiten, Nutzer verloren haben wiederum Vodafone Live!, wetter.com und stern.de.

Deutlich größere Zugewinne gibt es diesmal bei den Apps. Nicht nur Spiegel Online glich hier die Verluste der mobilen Website aus, sondern auch der Focus, TV Spielfilm und andere. Haushohe Nummer 1 der Android-Smartphone-Apps bleibt wetter.com, das sogar weitere 12,3% hinzu gewann, also ebenfalls deutlich besser abschnitt als mit der mobilen Website. Mit fast 3 Mio. Unique Mobile Usern verfügt wetter.com über mehr als doppelt so viele Nutzer wie die Nummer 2 des Android-Rankings, TV Spielfilm.

Die großen prozentualen Gewinner sind ImmobilienScout24 mit einem Plus von 62,1%, der KaufDa Navigator und Autoscout24 mit mehr als 40%, sowie Spiegel Online mit 36,9%. Doch auch im Android-App-Ranking gibt es einige Verlierer – in der Top 25 vor allem iLiga, Das Telefonbuch, Fussball.de. Warum die Fußball-Apps Nutzer eingebüßt haben, steht weiter oben – Stichwort Sommerpause.

Die wenigsten Verlierer, nämlich fünf innerhalb der Top 25, gibt es diesmal bei den iPhone-Apps. Auch hier büßten Fussball.de, Das Telefonbuch und iLiga am deutlichsten Nutzer ein, außerdem jeweils 0,8% Chefkoch.de und wetter.info. Extrem nach oben ging es hingegen für Transfermarkt (+82,0%), Spiegel Online (+45,5%) und Web.de (+44,4%). Klare Nummer 1 bleibt hier TV Spielfilm. Zwar hat das Programmie auf dem iPhone weniger Nutzer als auf Android-Phones, doch die 1,251 Mio. Unique Mobile User reichen hier eben für Platz 1 vor mobile.de und radio.de.

Interessant ist die Ausgeglichenheit der beiden Betriebssysteme. Zwar gibt es in Deutschland deutlich mehr Android-Phone-Besitzer als solche von iPhones. Doch bei der Nutzung der – von der AGOF erfassten – Apps sieht es anders aus: In der Top 50 der App-Charts finden sich bei der AGOF 25 Android- und 25 iPhone-Apps.

Im Vermarkter-Ranking gewann YOC MobAd am deutlichsten hinzu – satte 44,9%. Die Kombi, zu der neben den von YOC vermarkteten Websites und Apps auch die Angebote der OMS, also vor allem Ableger großer Regionalzeitungen, sowie mobile.de gehören, profitierte u.a. vom massiven Plus der WAZ und dem Neuling Tagesspiegel. Immerhin mehr als 10% legten zudem United Internet Media und eBay zu, einziger (kleiner) Verlierer ist der Marktführer G+J ELectronic Media Sales.

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