Hellman & Friedman sichert sich Scout24

Der Finanzinvestor Hellman & Friedman sichert sich den Löwenanteil der Telekom-Tochter Scout24, die seit vergangenem Jahr zum Verkauf steht. Das berichtet manager magazin online. Der Kaufpreis ist üppig: Zwei Milliarden Euro soll die zugrunde liegende Bewertung betragen, auf deren Basis Hellman & Friedman 70 Prozent am Portalkonglomerat erwerben. Auch Axel Springer war einst an der Scout-Gruppe interessiert, hatte aber angesichts der Preis-Vorstellungen der Telekom abgewunken.

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Der Poker ist zu Ende: Wie u.a. manager magazin online berichtet, hat sich Finanzinvestor Hellman & Friedman beim Bietergefecht um die Telekom-Tochter Scout24 (ImmobilienScout24, AutoScout24) durchgesetzt und erwirbt 70 Prozent am Unternehmen. Am morgigen Donnerstag soll der Telekom-Aufsichtsrat über den Verkauf abstimmen.

Hellman & Friedman ist kein Unbekannter in der (deutschen) Medien- und Internetbranche. Der Private Equity-Investor besaß u.a. einst ein Aktienpaket über 20 Prozent an Axel Springer – und ihm gehört die weltgrößte Bildagentur Getty Images und der Marktforscher The Nielsen Company. In den vergangenen Jahren übernahm das US-Unternehmen u.a. den Online-Vermarkter Doubleclick, bevor er ihn 2006 für über 3 Milliarden Dollar an Google weiterreichte.

Trotz vergleichbarer Umsätze und Gewinne: Twitter neunmal teurer

Ähnlich strategisch dürfte das Investment der Scout-Gruppe nun sein. Auf Basis einer 2-Milliarden Euro-Bewertung haben sich die Amerikaner in Bonn eingekauft. Die Geschäftsentwicklung der Telekom-Tochter ist durchweg solide: Bei Umsätzen von 350 Millionen Euro soll ein Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 80 Millionen Euro angefallen sein.

Zum Vergleich: Börsenstar Twitter setzte in den ersten neun Monaten des Jahres 422 Millionen Dollar (312 Millionen Euro) um, verlor dabei aber bereits 133 Millionen Dollar. Trotzdem wird Twitter bei 25 Milliarden Dollar mit dem 9-Fachen von Scout24 bewertet. Das Portalnetzwerk sieht gegen die US-Internetstars dieser Tage also tatsächlich fast wie ein Schnäppchen aus.

Dennoch war dem MDax-Konzern Axel Springer, der spätestens seit dem Verkauf seiner Regionalzeitungen an die Funke-Gruppe die Digitalisierung seines Kerngeschäfts dramatisch vorantreibt, die kolportierte Kaufsumme zu hoch. Wer die Scout-Gruppe letztlich final übernehmen könnte, erscheint aktuell weiter völlig unklar. Völlig vom Tisch dürften langfristige Übernahmepläne von Axel Springer aber auch nicht sein. 

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