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US-Richter erklärt Google Books für legal

Ein US-Bezirksgericht erklärte das digitale Bücherarchiv Google Books nach acht Jahren Prozess für legal. Damit setzt sich der Internetriese gegen die Autorenvereinigung Authors Guild durch und darf in den USA weiter Bücher scannen und für Suchanfragen bereitstellen. Richter Denny Chen erklärte, Google Books verletzte zwar auf den ersten Blick das Urheberrecht, sei aber letztlich durch die Fair Use-Doktrin geschützt. Google verfügt bereits jetzt über ein digitales Archiv von 20 Millionen Titeln.

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Es ist ein historischer Triumph für Google – auch wenn die Gegenseite bereits angekündigt hat, in die Berufung zu gehen. Der Internetriese, der seit 2005 Bücher scannt und sie auf seiner Plattform Google Books zu Suchzwecken zur Verfügung stellt, hat sich in einem Mammutprozess, der sich über acht Jahre zog, gegen die Autorenvereinigung Authors Guild durchgesetzt. Authors Guild hatte Google vorgeworfen, durch die Bereitstellung der gescannten Buchinhalte die Urheberrechte der Autoren zu verletzten.

Richter Denny Chen stimme dem Vorwurf einer Copyright-Verletzung grundsätzlich zu, erklärte in seinem Urteil jedoch, dass Google Books unter die Nutzungsdoktrin des "Fair Use" falle – der sogenannten "angemessenen Verwendung". Tatsächlich habe Google mit seinem digitalen Bucharchiv "etwas ganz Neues" erschaffen, von dem "die ganze Gesellschaft" profitiere.

Richter: "Google Books hat erhebliche Vorteile für die Allgemeinheit"
"Meiner Meinung nach hat Google Books erhebliche Vorteile für die Allgemeinheit", erklärte Richter Chen in seinem Urteil. "Es beschleunigt die Fortschritte in Kunst und Wissenschaft, während es gleichzeitig die Rechte von Autoren und anderen Kreativen berücksichtigt", so das US-Bezirksgericht in seiner Begründung.

Google Books ist seit dem Launch im April 2005 ein Zankapfel zwischen dem Internetriesen und Verlagen bzw. Autoren. Im vergangen Jahr konnte der mit Abstand wertvollste Internetkonzern der Welt eine Einigung mit der Verlagsbranche erzielen, nach der Google Verlagen u.a. das Recht einräumte, ihre Werke wieder aus der digitalen Buchplattform zu entfernen.

Authors Guild verklagte Google auf Schadensersatz von bis zu 4 Milliarden Dollar
Der Rechtsstreit mit der Autorenvereinigung Authors Guild schwelte unterdessen weiter. Authors Guild verklagte Google auf 750 Dollar pro publiziertes Buch. Bei 20 Millionen Titeln, bei denen allerdings drei Viertel der Urheberrechte schon ausgelaufen wären, betrug der Streitwert damit beachtliche vier Milliarden Dollar.

Wenig überraschend wollte die Autorenvereinigung Authors Guild das Urteil des US-Bezirksgerichts nicht akzeptieren und kündigte an, in die Berufung zu gehen. "Die erste Runde ging an Google. Wir planen aber, die Entscheidung anzufechten", erklärte Authors Guild-Geschäftführer Paul Aiken. 

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