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SZ und ARD enthüllen „Geheimen Krieg“

Das nächste Produkt der großen SZ-NDR-Recherche-Koalition: Bereits in Sachen Snowden oder den Offshore-Leaks arbeiteten das Team um Hans Leyendecker und die Investigativ-Experten von "Panorama" zusammen. Ab dem morgigen Freitag startet nun die Reihe "Geheimer Krieg". Im Auftrag der beiden Medien hat John Goetz über zwei Jahre Orte in Deutschland aufgespürt, die von Nachrichtendiensten genutzt werden. Ein gemeinsames Web-Portal gibt zudem einen Überblick über die Standorte und Aufgaben der Einrichtungen.

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Wichtigster Bestandteil von Geheimerkrieg.de ist eine Deutschland-Karte. Auf ihr sind die scheinbar geheimen Orte markiert, die Goetz und sein Team besuchten. Zu den meisten Einträgen sollen dann in den nächsten Wochen immer mehr multimediale Erklär-Beiträge folgen. Zudem wird der Datenbestand stetig erweitert.
Dieser Work in Progress ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Veröffentlichung der Recherche einem straffen Fahrplan folgt. Obwohl die Süddeutsche Zeitung am morgigen Freitag mit der Publizierung der Resultate beginnt, soll die gesamte mediale Inszenierung auf den 28. November hinauslaufen.
An diesem Tag räumt das Erste dem Projekt einen ganzen TV-Abend ein. So wird "Panorama" um 21.45 Uhr in einer Sondersendung große Teile der Recherchen präsentieren. Anschließend diskutiert Reinhold Beckmann über das Thema und ab 0 Uhr läuft zudem noch die Kino-Produktion "Schmutzige Kriege", die sich mit den geheimen Kriegseinsätzen der US-Armee auseinandersetzte und am selben Abend in London erst ihre Welt-Premiere feiert.
An dem "publizistischen Großprojekt" arbeitet Goetz bereits seit zwei Jahren. Ausgangspunkt war einmal die einfache Frage, was sich eigentlich hinter den weißen Flecken versteckt, die Google Maps auf seiner Deutschland-Karte hat. Daraus wurde mittlerweile der Versuch, die Geheimdienste ebenfalls auszuspionieren. So filmte Goetz das CIA-Logistikzentrum in Frankfurt mit Hilfe einer Drohne aus der Luft.

Zusammen wollen die Presse-Partner aufgedeckt haben, wie amerikanische Militär- und Nachrichtendienste in Deutschland ein Drohnenprogramm aufgesetzt und Spionage betrieben haben. Nach Meinung der Macher steht damit fest: "Folter, Entführung und Kampfdrohnen-Einsätze wurden auch auf deutschen Gebiet organisiert".
Wichtige Hinweise lieferte den Journalisten vor allem eine US-Datenbank, die alle staatlichen Aufträge listet. Über komplizierte Suchanfragen konnten die Investigativ-Experten so heraus finden, an welche Firmen und Adressen militärische US-Gelder nach Deutschland fließen. "Im vergangenen Jahr waren das alleine drei Milliarden Euro", erklärt Julia Stein, die das Web-Portal aufbaute.
Um die mediale Wertschöpfungskette komplett zu schließen, gibt es natürlich auch das passende Buch. Unter dem Titel "Geheimer Krieg" haben John Goetz und Christian Fuchs noch einmal alle Resultate ihrer journalistischen Wühlarbeit zusammengefasst.

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