Mega-Gebot: Snapchat sagt No zu Facebook

Facebook ist offenbar mit einem Übernahmeangebot beim boomenden Foto-Sharing-Dienst Snapchat abgeblitzt. Wie das Wall Street Journal berichtet, wollte das weltgrößte Social Network satte 3 Milliarden Dollar für eine Übernahme des gerade mal zwei Jahren alten Startups hinblättern – in Cash. Es soll bereits der zweite Akquisitionsversuch gewesen sein. Doch den erst 23-jährigen Snapchat-Gründer Evan Spiegel interessiert der schnelle Exit anscheinend nicht. Oder noch nicht.

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Facebook ist offenbar mit einem Übernahmeangebot beim boomenden Foto-Sharing-Dienst Snapchat abgeblitzt. Wie das Wall Street Journal berichtet, wollte das weltgrößte Social Network satte 3 Milliarden Dollar für eine Übernahme des gerade mal zwei Jahren alten Startups hinblättern – in Cash. Es soll bereits der zweite Akquisitionsversuch gewesen sein. Doch den erst 23-jährigen Snapchat-Gründer Evan Spiegel interessiert der schnelle Exit anscheinend nicht. Oder noch nicht.   

Mark Zuckerberg kennt das Gefühl: Einfach mal einer Milliarden-Offerte zu widerstehen. Im Sommer 2006 war Yahoo-CEO Terry Semel am dichtesten dran, sich Facebook auf dem triumphalen Weg nach oben einzuverleiben – eine Milliarde Dollar hatte der Online-Pionier geboten.

Zuckberg zuckte – und hätte auf Druck der Großinvestoren wohl bereits bei einer weiteren moderaten Anhebung des Gebots einwilligen müssen. Doch Semel musste sich an der Wall Street für ein enttäuschendes Quartal rechtfertigen – und versemmelte einen Deal, der ihn unsterblich gemacht hätte. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Facebook blieb eigenständig – und ist heute fast das Vierfache von Yahoo wert.

Zuckerberg wollte Instagram-Coup wiederholen

Dass Zuckerberg auch als Konzernchef eines Internetgiganten wie ein Gründer denkt und Risiken nicht scheut, hatte er erst vor achtzehn Monaten bewiesen, als er Instagram im Schnellschuss–Verfahren für ebenfalls rund eine Milliarde Dollar akquirierte, was ihm zunächst einige Kritik einbrachte.

18 Monate später gilt die Instagram-Übernahme als die bis dato beste unternehmerische Entscheidung des einstigen Studienabbrechers – der boomende Fotodienst beseitigte Facebooks Mobil-Schwäche im Handumdrehen und wäre heute ein Vielfaches wert.   

Entsprechend naheliegend erscheint es, dass Zuckerberg erneut nicht lange bei neuen Wachstumsmöglichkeiten fackelt – Geld ist schließlich nach dem voluminösen IPO von vergangenen Jahr vorhanden, das allein 15 Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Mal eben drei Milliarden Dollar war Facebook offenbar bereit, für das zwei Jahre alte Start-up Snapchat hinzublättern.

Sexting-Tool Snapchat besonders bei Teenagern beliebt

Doch Evan Spiegel ist nicht Kevin Systrom – er will anscheinend nichts von einem Exit wissen. Drei Milliarden Dollar? Abgelehnt! Wie das Wall Street Journal berichtet, erwäge Spiegel keinen Verkauf von Snapchat – "zumindest nicht bis zum nächsten Jahr", ist im WSJ-Blog Digits nachzulesen.

Snapchat zählt neben Whatsapp, Pinterest und Airbnb zur nächsten Generation von begehrten Social Media-Unternehmen, die nach dem überaus erfolgreichen Börsengang von Twitter unter verstärkter Beobachtung von Investoren stehen.  

Snapchat gilt vor allem unter flirtenden Teenagern als enorm beliebtes Kommunikationsmittel: Mit der Smartphone-App lassen sich Bilder mit Zeitbegrenzung versenden. Das heißt: Versendete Nachrichten verschwinden nach einiger Zeit wieder. Entsprechend hat sich Snapchat als beliebtes "Sexting-Tool" einen Namen gemacht – ein Trend den Facebook nach dem Mitglieder-Rückgang von Teenagern offenbar nicht verpassen möchte.

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