Vodafone-Kauf: Kabel Deutschland im Minus

Kabel Deutschland ist im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht: Ein Minus von 129 Millionen Euro hat der Kauf durch Vodafone wegen steuerlicher Gründe angehäuft. Im Vorjahreszeitraum hatte der Kabelanbieter noch einen Gewinn von 61 Millionen Euro erwirtschaftet. Beim Geschäft mit Paketen aus TV, Telefon und Internet legten die Münchner aber weiter zu. Nicht nur die Kundenzahl ist gestiegen, auch der Umsatz wuchs um vier Prozent auf 471 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

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Vodafone hatte sich im Zuge eines Übernahmeangebotes 76,57 Prozent der Kabel-Deutschland-Aktien gesichert. Die Kartellwächter haben dem Deal bereits zugestimmt. "So schaffen wir eine am Markt einzigartige Angebotspalette und liefern Kunden über alle Kanäle komfortablen Zugang zur digitalen Welt“, hatte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum im September die Übernahme kommentiert.

Mit 8,5 Millionen Kunden ist Kabel Deutschland der größte Netzbetreiber in Deutschland. Zu dem Kaufpreis von 7,7 Milliarden Euro müssen die Briten noch rund drei Milliarden Euro an Schulden übernehmen. Dafür bekommt die Telekom durch die Übernahme nicht nur Konkurrenz auf dem TV-Markt, den Vodafone künftig durch Kabel Deutschland bedienen kann. Denn über die Kabelnetze sind Internetverbindungen mit bis zu 400 Mbit möglich, über die DSL-Leitungen der Telekom nur maximal 100 Mbit.
Den Kurs der Kabel-Deutschland-Aktie werden die Verluste kaum beeinflussen. Das Minus, das vor allem steuerliche Gründe hat, war schon hinlänglich bekannt. Kabel Deutschland hatte die Zahlen bereits im Oktober genannt.

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