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Deutsche HuffPost für Hölle-Preis nominiert

Zuckerbrot und Peitsche von den Freischreibern. Auch in diesem Jahr zeichnet der Interessensverband der freien Journalisten wieder besonders faire Redaktionen aus und prangert die Titel mit den unangenehmsten Arbeitsbedingungen für Freelancer an. Für den Himmel-Preis sind diesmal unter anderen Cicero, Tour und das Servus-Magazin nominiert. Der Hölle-Preis geht diesmal entweder an die deutsche Huffington Post, die Deutsche Welle oder an drei Regionalzeitungen.

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So sind neben dem Online-Portal und dem Sender auch noch die Augsburger Allgemeine, der Bonner Generalanzeiger und die Westfälische Rundschau nominiert. Seit dem die Funke-Gruppe die WR komplett redaktionell entkernte, firmiert sie in der Branche nur noch als Zombie-Zeitung.

Die Nominierung für den Generalanzeiger gab es auf Grund eines Prozesses, den die Bonner gegen zwei freie Autoren verloren. Wegen zu geringer Zeilenhonorare verdonnerte das Landgericht Köln den Verlag zur Nachzahlungen von 40.000 bzw. 10.000 Euro.

Bei der Augsburger Allgemeinen hat der Mutterkonzern, die  Mediengruppe Pressedruck – nach Meinung der Freischreiber – ihrem Name alle Ehre gemacht und ein heftiges Sparpaket geschnürt, das vor allem die Freelancer treffen würde. Um zehn Prozent sollen die Honoraretats gekürzt werden.

Ums liebe Geld geht es auch bei der Kritik des Verbandes an der deutschen Huffington Post. Vor allem die fehlenden Honorare und die Knebelverträge regen die Interessenvertreter auf. Mit viel Ironie schreiben die Freischreiber in ihrer Nominierungs-Begründung: „So ein Abendkleid von Valentino, wie es die Chefin der Huffington Post gern trägt, das kostet gut und gerne 8000 Euro. Das kann man umso besser hinblättern, wenn man sein Vermögen damit macht, dass man andere für kein Geld schuften lässt.“

Zufrieden ist die Vorjury unter anderem mit dem Rennrad-Magazin Tour. Sie lobt die „sehr kollegiale Zusammenarbeit“. So würden Absprachen eingehalten und für Redigat und die Themenabsprache nehme sich die Redaktion viel Zeit. Ebenfalls von einer „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ zwischen Redaktion und Autoren ist bei Cicero die Rede. Die Berliner sollen angemessene Honorare zügig bezahlen und sogar Spesen übernehmen.

Ebenfalls positiv wird die Zusammenarbeit mit Servus gelobt. Das Red Bull-Heimatmagazin im Landlust-Stil erfreute die Vorjury zusätzlich, weil die Autoren stets darauf hingewiesen werden, keine Einladungen von Tourismusämtern zu Hotelübernachtungen anzunehmen. Das sei in der Branche durchaus ungewöhnlich.

Aus den Nominierten wird die Hauptjury, der unter anderen Volker Lilienthal, Stefan Niggemeier, Angelika Ohland, Tom Schimmeck und Wolfgang Storz angehören, die jeweiligen Gewinner bestimmen. Die Preisverleihung findet dann am 16. November statt. Gleichzeitig feiern die Freischreiber ihren fünften Geburtstag.

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