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Geringe Kiosk-Beute mit Gangster-Titeln

Zwei Magazine, eine Idee: Sowohl Der Spiegel als auch der Focus zeigten Ende September, acht Tage nach der Bundestagswahl Angela Merkel und Sigmar Gabriel als Gangster, die das Volk mit neuen Steuern ausrauben wollen. Zwei Magazine, ein Misserfolg: Denn beide hatten im Einzelverkauf in Kiosken, Supermärkten, etc. mit ihrer Titel-Idee wenig Erfolg und landeten klar unter den Normalwerten der jüngeren Vergangenheit. Näher an seinem Normalniveau landete der stern mit dem Titel "Besser essen".

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263.672 Exemplare setzte Der Spiegel mit seiner Nummer 40/2013 im Einzelverkauf ab. Das sind zwar rund 15.000 mehr als eine Woche zuvor mit dem Marcel-Reich-Ranicki-Cover, doch der 12-Monats-Durchschnitt liegt derzeit bei 282.500, der 3-Monats-Durchschnitt sogar bei 294.000 Einzelverkäufen. Merkel und Gabriel als Gangster und die Zeile "Geld her! Die Steuerpläne von Union und SPD" machten also nicht genügend potenzielle Spiegel-Käufer neugierig. Oder: Die Leser hatten nach der Wahl ganz einfach keine Lust auf Hiobs-Botschaften à la neue Steuerhöhungen.

Noch deutlicher unter dem Soll landete der Focus mit seinem Cover zum Thema. Auch hier fanden sich Sigmar Gabriel und Angela Merkel als Gangster – die Zeile dazu lautete "Was kostet mich Schwarz-Rot? – Große Koalition: So teuer kann der Griff in unsere Taschen werden". Nur 74.480 Leute griffen am Kiosk zu – das ist der schwächste Focus-Einzelverkaufswert seit acht Wochen. Zudem liegt er rund 20% unter dem 12-Monats-Durchschnitt von 92.000 und 10% unter dem 3-Monats-Durchschnitt von 83.000 Einzelverkäufen.

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Fast ohne Politik kam der stern in der aktuellen Cover-Check-Woche aus: Einzig ein Hannelore-Kraft-Porträt wurde auf dem Titel beworben. Großes Titelthema war aber die Ernährung: "Besser essen: Ideen für ein genussvolles Leben mit weniger Fleisch" wurde mit einem Burger aus Vollkornbrötchen und viel Gemüse bebildert. Immerhin 240.052 Leute griffen am Kiosk zu – die beste stern-Zahl seit sieben Wochen. Der 3-Monats-Durchschnitt des Magazins – derzeit 237.000 Einzelverkäufe – wurde dabei sogar übertroffen, der 12-Monats-Durchschnitt von 247.500 hingegen knapp verfehlt.

  

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