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Paid-Content-Zahlungsbereitschaft steigt

Mut machende Erkenntnis aus der neuesten Ausgabe der Allensbacher Computer- und Techhnik-Analyse (ACTA): Immer größere Teile der Bevölkerung sind bereit, für Internet-Angebote zu zahlen, wenn sie nicht mehr kostenlos wären. Allerdings: Für journalistische Angebote wollen weiter nur 6% zahlen. Spannend: Tablet-Nutzer sind deutlich gewillter, zu zahlen, offenbar zeigen hier kostenpflichtige Apps ihre Wirkung. Ebenfalls in der MEEDIA-Analyse zur ACTA: die Rankings der populärsten Websites, Apps & Co.

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Ganz weit vorn, wenn es darum geht, für Angebote zu zahlen, wenn sie nicht mehr kostenlos verfügbar wären, sind laut ACTA die E-Mail-Dienste: 26% der deutschen Bevölkerung im Alter von 14 bis 64 Jahren würden dafür zahlen. Dahinter folgen Nachschlagewerke wie die Wikipedia mit 16%, Routenplaner mit 13%, soziale Netzwerke mit 10%, sowie Verkehrsinfos, Fahrpläne und das Wetter mit je 8%. Erst dahinter folgen aktuelle Nachrichten aus Politik und Wirtschaft. Nur 6% würden für diese journalistischen Angebote zahlen. "Nur" oder "immerhin"? Immerhin stieg diese Zahl im Vergleich zu 2010 um 32%. Noch stärker stieg die Zahlungsbereitschaft in dieser Zeit nur für soziale Netzwerke, Sportnachrichten und den Block "Veranstaltungen, Kulturtipps, Kino". Offenbar setzt sich also zumindest in Teilen der Bevölkerung die Erkenntnis stärker durch, das journalistische Inhalte ihren Wert haben.

Spannend ist der Vergleich der Zahlen mit denen der Tablet-Nutzer. So sind diese deutlich bereiter, für alle abgefragten Angebote zu zahlen, als die Grundgesamtheit. So würden hier nicht 26%, sondern 38% für E-Mail-Dienste zahlen, wären diese nicht mehr kostenlos, 23% für Nachschlagewerke und 22% für Routenplaner. Besonders deutlich liegen die Zahlen bei den journalistischen Angeboten über den Gesamtzahlen. So würden immerhin 15% der Tablet-Nutzer für aktuelle Nachrichten aus Politik und Wirtschaft zahlen, genau so viele wie für soziale Netzwerke. Fahrpläne und das Wetter liegen hier hinter den Nachrichten. Die ACTA-Daten bestätigen damit die Hoffnung der Inhalte-Anbieter, dass Tablet-Nutzer durch die App-Kultur von vornherein besser gelernt haben, für Angebote zu zahlen. Ermutigend außerdem: Inzwischen besitzen 11% der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren ein Tablet – gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl fast verdoppelt.

Wie immer fragt die ACTA auch die Nutzung von Online-Angeboten und Apps ab. Durch die Erweiterung der Grundgesamtheit auf die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren ist hier kein Vorjahresvergleich möglich. Um dennoch einen Vergleich zu 2012 zu bieten, haben wir die bisherige Grundgesamtheit der 14- bis 69-Jährigen zusätzlich in die Tabellen aufgenommen – hier ist ein Vergleich mit dem Vorjahr möglich.

Die Nummer 1 unter den beliebtesten Websites bleibt dabei wenig überraschend Google. Fast 47 Mio. nutzen Google wöchentlich – 66,8% der Grundgesamtheit aller Deutsprachiger ab 14 Jahren. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand YouTube, die Wikipedia und Facebook. Über der 10-Mio.-Marke liegen zudem Ebay, Web.de, T-Online.de, GMX und die regionalen Tageszeitungen, deren Websites nur gemeinsam ausgewiesen werden. Sie schlagen damit auch Bild.de und Spiegel Online.

Verluste gibt es nur wenige. So büßten die großen Generalisten-Portale wie Web.de, T-Online, Yahoo, MSN oder Freenet Nutzer ein, zudem vor allem soziale Netzwerke wie Wer-kennt-wen.de, die VZ Netzwerke oder Xing. Erstmals gesondert aufgenommen wurde Google+, das über 6,38 Mio. Nutzer verfügt, Twitter fehlt leider noch in der ACTA-Statistik.

Deutliche Zuwächse verzeichnen vor allem Nachrichten-Websites. So gewannen n-tv, Focus, Süddeutsche und Welt allesamt über 20% neue Nutzer hinzu. Ebenfalls deutlich im Plus bei den 14- bis 69-Jährigen: Chefkoch.de, kicker online und auto motor und sport.

Bei den von Allensbach abgefragten Medien-Apps gibt es einen Wechsel an der Tabellenspitze. Die tagesschau, 2012 noch auf Platz 1, musste diesmal den Apps des Spiegels, bzw. Spiegel Online den Vortritt lassen. 2,90 Mio. wöchentliche Nutzer verzeichnen die Spiegel-Apps laut ACTA. Hinter der tagesschau folgen die Apps der regionalen Tageszeitungen, sowie die mobil sehr starken Marken TV Spielfilm und kicker.

Für einige Medienmarken – derzeit 13 – weist die ACTA zudem eine gemeinsame Markenreichweite aus, also wie viele Nutzer mit Print, Online und Apps netto erreicht werden. Auf Platz 1 liegt hier Der Spiegel mit einer Netto-Reichweite von 12,35 Mio., gefolgt von stern, auto motor und sport, sowie der Süddeutschen Zeitung. Allzu viel Aussagekraft hat das Ranking allerdings noch nicht, so fehlen beispielsweise wichtige Anbieter wie Bild und Focus.

Sämtliche Erkenntnisse aus der ACTA 2013 finden sie im Laufe des Tages auf der Begleit-Website.

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