Focus relauncht (so ein bisschen)

Das Cover ist das Heiligtum der Blattmacher. Wenn es am Kiosk klappt, dann oft und vor allem wegen guter Titelseiten. Focus-Chefredakteur Jörg Quoos hat sein Blatt in den vergangenen Wochen bereits optisch verändert, nun kommt das Magazin am Montag mit überholter Covergestaltung. Sichtbarste Änderung: Das Blatt bekommt einen weißen Rand mit roter Linie. Das Clap-Magazin, das zuerst über die Veränderung berichtete, sieht in dem Relaunch, der bei Burda nicht so genannt wird, "ein bisschen Spiegel".

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Chefredakteure und ihre Verlage mögen den Begriff Relaunch nicht so gerne. Denn das Wort legte ja nahe, dass es grad nicht so gut läuft. Ein altes Verständnis: Wer sich verändert, der muss es ja nötig haben. Nun gut: der Focus hat Veränderung nötig, denn die Auflagenzahlen stehen nicht zum Besten. Besonders der Einzelverkauf schwächelt bedrohlich. Mit der letzten Ausgabe über den "Geschäftsmann" Boris Becker hat Quoos schon einmal gezeigt, wie es wieder besser laufen könnte.
In den vergangenen Wochen wurde u.a. die Typo verändert und wurden Marginalspalten eingeführt. Ein ganzer Schwung von Neuerungen soll am Montag in der neuen Ausgabe zu besichtigen sein. Von der Titelgestaltung bis zur Leitfarbe Blau im Innenteil, einem neuen Inhaltsverzeichnis, neuen Rubriken. Es fällt auch etwas weg: Die Ressorts Debatte und Menschen sind keine eigenständigen Einheiten mehr, gehen im Heft auf. Maßgeblich verantwortlich für den Re-brush/-touch/-launch ist KircherBurkhardt.
Wie Clap erfahren hat, ist "Das Herz" die Titelgeschichte der kommenden Ausgabe. Die Neuerungen seien als "struktureller und inhaltlicher Neustart" zu verstehen. Unrecht dürfte Quoos diese Interpretation am Ende nicht sein: Vor einigen Wochen wurde bereits publik, dass die Ressorts Politik und Kultur nach Berlin umziehen. Auch dieser Schritt ist als Neustart zu deuten.

Offiziell sagt Quoos auf Nachfrage und in voller Länge: "Wir entwickeln Focus ständig weiter – bei den journalistischen Inhalten, in der Redaktionsstruktur und natürlich auch das Produkt selbst. Das ist meine Aufgabe als Chefredakteur, und das Ändern ist dabei kein Selbstzweck, sondern folgt immer der Frage: Wo kann man das Gute im Focus noch besser machen? In den vergangenen Wochen wurden sukzessive Änderungen vorgenommen, und auch in den kommenden werden Anpassungen folgen. In der aktuellen Ausgabe sind die Maßnahmen allerdings am auffälligsten. Ich bin stolz auf die Kreativität meiner Kollegen, wir haben Spaß an den Modernisierungen und ich bin mir sicher, dass auch der Leser das zusätzliche Angebot im Heft gut finden wird."

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