Studie: Was Facebook über Sie (nicht) verrät

Ist Social-Media-Präsenz ein Vorteil oder ein Nachteil im Berufsleben? Killt sie die Produktivität? Oder fördert sie diese? Auch wenn über diese Fragen Uneinigkeit herrscht, steht zumindest fest: Personaler schauen bei Bewerbern auch auf deren Profile in Facebook, Twitter und Co. Was dort zu finden ist, kann über das Wohl oder Übel gegenüber einem Kandidaten entscheiden. Eine Studie zeigt jetzt, dass Peinlichkeiten auf Facebook nicht unbedingt bedeuten, dass die Person einen Job nicht bekommen sollte.

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Auch wenn die Studie nicht repräsentativ ist, sind die Erkenntnisse interessant. So hatte die State University of North Carolina eine Stelle für einen wissenschaftlichen Assistenten ausgeschrieben, auf die sich mehrere hundert Personen bewarben. 175 Personen waren bereit, neben einem reinen Bewerbungsgespräch auch noch an einer Umfrage zu ihren Facebook-Aktivitäten teilzunehmen. 63 Prozent der Befragten waren weiblich, das Durchschnittsalter lag bei 19 Jahren.
Die Fragen zielten auf Durchsetzungsfähigkeit, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Ängstlichkeit und Offenheit der Kandidaten ab. Diese Cluster sind in der Wissenschaft auch als die “Big Five” bekannt. Wenig überraschend ergab die Studie, dass Personen, die nach eigenen Angaben schon im Social Web despektierlich über ihren Job oder Vorgesetzte gesprochen hätten, in den Kategorien Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit schlecht abschnitten.
Ganz anders war allerdings der spätere Eindruck von Bewerbern, die zugaben, auch Partybilder von sich hochgeladen zu haben. Das gilt eigentlich als absolutes No-Go unter Recruitern. So erreichten die Befragten zwar hohe Werte bei der Durchsetzungsfähigkeit. Doch interessanterweise litt die Kategorie der Gewissenhaftigkeit nicht darunter. Das bedeutet: Wer Partybilder von sich postet, ist nicht gleich ein verantwortungsloser, unstrukturierter Arbeitnehmer.
Allerdings, so ein weiteres Ergebnis, kommen die Personaler normalerweise zu genau diesem Schluss. Für sie gilt: Das Online-Profil ist nicht losgelöst von der professionellen Identität eines Bewerbers zu sehen. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass gerade die Personen mit hohen Werten bei der Durchsetzungsfähigkeit ihren Social-Media-Auftritt eben nicht als Teil ihrer beruflichen Identität verstehen.
(via)
Die Studie belegt im kleinen Rahmen, dass feierwütige junge Menschen mit Hang zur Selbstdarstellung im Social Web durchaus gewissenhafte Angestellte sein können. Allerdings, so eine weitere Erkenntnis der Studie, ist diesen Personen davon abzuraten, derartige Bilder von sich preiszugeben. Denn Personaler würden sie höchstwahrscheinlich als Anzeichen für mangelnde Gewissenhaftigkeit werten.

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