„Das hat es im Fernsehen noch nie gegeben“

Sie brechen ein, klettern auf Hochhäuser und lassen sich ihre Körperteile zusammennähen. Im Kampf um die Quote scheint dem TV-Traumpaar Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf keine Aktion verrückt genug zu sein. Am 19. Oktober gehen die beiden mit "Das Duell um die Welt" nun in die zweite Staffel. Im MEEDIA-Interview geben sie erste Einblicke in die extremsten neuen Mutproben und diskutieren über ihre Rolle als Vorbilder sowie ihren Erfolg im deutschen Fernsehen.

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Am 19. Oktober startet "Das Duell um die Welt" in die zweite Staffel mit dem Versprechen noch extremer zu werden als die Erste. Wie lassen sich die Aktionen aus der letzten Staffel überhaupt noch steigern?
Joko: Dieses Jahr wollten wir den anderen noch einmal mehr leiden sehen. Man war sich im Klaren darüber, dass man das, was man im letzten Jahr erlebt hat, einfach steigern musste, weil der andere natürlich die gleichen Qualen durchlebt hat und sich nicht lumpen lassen wird, es einem noch schwerer zu machen. Man hätte auch auf Risiko spielen können und alles nur halb so wild machen können – aber das wäre ja auch nur halb so lustig geworden.
Klaas: Es geht ja auch nicht immer nur darum, dass man die Gefährlichkeit steigert, sondern dass man Sachen zeigt, die man so im Fernsehen noch nicht gesehen hat. Die Welt ist groß und die Leute, die auf ihr leben, haben komische Ideen und die muss man einfach nur finden. Ich glaube das ist uns gelungen.
Welche Ideen zum Beispiel?
Klaas: In Moskau ist zum Beispiel einiges schief gelaufen und um den Punkt noch zu kriegen, musste ich – sagen wir – etwas andere Methoden anwenden. Da bin ich durch ein Abflussrohr in ein Regierungsgebäude eingebrochen. Die Aufgabe fand oben auf dem Haus statt und das Problem bestand eigentlich darin, da erst mal hinzukommen, weil überall Sicherheitsleute standen. Wir hatten Angst ins russische Gefängnis geworfen zu werden, wo wir nach vier Tagen erst mal gefragt werden wie wir heißen und was wir wollen. Das war auf eine andere Art gefährlich als irgendwas Waghalsiges. Das war einfach kurz vor Verhaftung.
Joko:  In Vancouver wurde mir die Möglichkeit genommen zu sprechen. Ich musste mich einer speziellen Form der Body-Modification unterziehen. Auch wenn ich jetzt noch darüber rede, bekomme ich sofort einen Kloß im Hals.
Habt ihr nicht manchmal das Gefühl damit zu weit zu gehen? Gerade mit Blick auf die Vorbildfunktion, die man als öffentliche Person hat?
Joko: Die Umstände sind andere. Ich glaube, wenn man auf offener Straße anfängt Blödsinn zu machen, der lebensgefährlich ist – und das aus einer nicht motivierten Situation heraus – ist das vermutlich schlimmer, als wenn man die Welt bereist und an exotischen Orten exotische Dinge findet, die man einfach nachmacht, weil sie dort nun einmal so gemacht werden. Natürlich wird unsere Vorbildfunktion kontrovers diskutiert aber im Endeffekt werden wir in der Sendung nur Teil einer Szene, die es genauso irgendwo gibt. 
Klaas: Ich glaube auch eher, dass die meisten Leute vor dem Fernseher sitzen und denken "Ein Glück muss ich das nicht machen." Außerdem muss man ja erst einmal ein Hochhaus finden, in das man einbrechen kann. Unsere Vorbildfunktion ist insofern gestärkt, als das wir alles einordnen was wir da tun und ich glaube, dass das eher abschreckend ist als animierend.
Wie erklärt ihr euch den Erfolg der Sendung? Je gefährlicher die Aktionen desto höher die Quote?
Joko: Das was wir in der Sendung zeigen, hat es so im deutschen Fernsehen einfach noch nicht gegeben. Und wenn Klaas und ich sowie unser Team happy sind, ist die Quote im Endeffekt nur das i-Tüpfelchen.
Klaas:  Es ist einfach ein großes Abenteuer. Man geht auf Weltreise, in jedem Land erlebt man etwas anderes. Und wenn man dazu Lust hat, ist "Duell um die Welt" eine Sendung, die einem Spaß machen kann. Es geht auch darum, Länder zu sehen und Situationen zu erleben, zu denen man selbst nicht die Chance hat. Ich glaube, die Zuschauer werden gut an die Hand  und auf die Reisen mitgenommen.
Stichwort Authentizität: wie viel Drehbuch steckt in euren Aktionen?
Klaas: Es gibt ein großes Team, das an unseren Shows arbeitet. Bei "Duell um die Welt" wird das Team knallhart in zwei Lager unterteilt. Eins ist mein Team und das andere Jokos Team. Mit diesem Team gemeinsam bereiten wir dann den Trip des anderen vor.
Joko: Man weiß natürlich teilweise anhand der Flugtickets und Visa, die man beantragen muss, wohin es ungefähr geht. Aber auch die Redaktion weiß nur so viel, wie sie wissen muss und der Rest passiert einfach. Das ist natürlich auch ein persönlicher Spaß, den wir uns da nicht nehmen wollen.
Klaas, in einem Interview mit dem Playboy schimpfst du auf Sendungen wie "Bauer sucht Frau" und "Schwiegertochter gesucht" gesucht. Ist es deiner Meinung nach besseres Fernsehen, sich vor laufenden Kameras einen Donut in die Stirn spritzen lassen?
Klaas: Auf jeden Fall – weil ich von Beruf Fernsehunterhalter bin. Bei "Bauer sucht Frau" werden ja Menschen überredet Dinge zu tun, deren Wirkung sie nicht abschätzen können. Wenn der RTL-Redakteur selbst mitmachen würde, hätte ich da kein Problem mit.
Seid ihr erst durch eure Sendungen so mutig geworden oder wart ihr schon vorher so durchgeknallt?
Klaas: "Duell um die Welt" ist ein hochexplosiver Cocktail aus Mut und Dummheit – den hatte ich auch schon als Kind.
Joko: Ich würde nicht sagen, dass das mutig ist. Es ist eher als wenn man zum ersten Mal in der vierten Klasse auf dem Dreimeterbrett steht und denkt "Da springe ich nicht runter" – und dann springt man eben doch und ist sehr stolz, dass man es gemacht hat. Mut braucht man dafür nicht und ich würde erst recht nicht behaupten, dass ich mutig bin. In manchen Momenten ist es eher die Sekunde zu wenig, die man über die Aktion nachdenkt.
Habt ihr denn nicht Angst, dass sich die Zuschauer langsam an euch sattsehen?
Klaas: Absolut. Die Angst muss man immer haben. Ich glaube, man muss immer versuchen unterhaltsame Shows zu machen und weiterhin Ideen zu haben, die eine Sendung sehenswert machen. Das hängt auch gar nicht so sehr mit uns als Personen zusammen, sondern mit der Sendung an sich. Und sobald man anfängt wahnsinnig zu nerven, sollte man es dann auch sein lassen.
Joko: Das liegt ja auch in der Natur des Business. Wir machen die Sendungen ja, weil wir daran Spaß haben und es gut finden, was wir da machen. Wenn die Leute aber irgendwann sagen würden, dass sie uns nicht mehr sehen wollen, ist das eine Meinung, die ich akzeptiere und mit der ich gar kein Problem habe.
Man bekommt das Gefühl, dass ihr die neue Allzweck-Waffen von ProSieben seid. Sind denn in Zukunft noch weitere Projekte geplant?
Klaas: Ich würde gerne das "ARD Buffet" moderieren aber leider habe ich einen Exklusiv-Vertrag mit ProSieben.
Joko: Eins kann ich schon verraten, wenn wir eine neue Sendung machen, dann wird es auf jeden Fall eine Sendung mit Joko und Klaas. Wir rufen Sie als erste an.

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