Anzeige

Goldener Herbst für deutsche Medienaktien

Fünf Jahre nach der schweren Finanzkrise jagen die deutschen Aktienmärkte von einem Rekordhoch zum nächsten – ganz so, als habe es eine Krise nie gegeben. Mittendrin: Deutsche Medienaktien, die ihren Anlegern erneut üppige Renditen bescheren. Tatsächlich färben sich die Kursnotierungen inzwischen so golden wie der Herbst: Ganz gleich, wo man hinschaut – für Aktionäre von Sky, ProSiebenSat.1 oder Xing ist das Börsenjahr 2013 jetzt schon glänzend gelaufen.

Anzeige

Fünf Jahre nach der schweren Finanzkrise jagen die deutschen Aktienmärkte von einem Rekordhoch zum nächsten – ganz so, als habe es eine Krise nie gegeben. Mittendrin: Deutsche Medienaktien, die ihren Anlegern erneut üppige Renditen bescheren. Tatsächlich färben sich die Kursnotierungen inzwischen so golden wie der Herbst: Ganz gleich, wo man hinschaut – für Aktionäre von Sky, ProSiebenSat.1 oder Xing ist das Börsenjahr 2013 jetzt schon glänzend gelaufen.

Axel Springer: + 35 %

2013 dürfte als eines der ereignisreicheren Jahre in der Konzerngeschichte des deutschen Prestigeverlags eingehen. Erst der Verkauf von etlichen Print-Titeln an die Funke-Mediengruppe, dann der Ausstieg beim Hamburger Lokalsender Hamburg1 – Axel Springer vollzieht den Medienwandel knallhart auch im eigenen Portfolio.

Auf der Käuferseite folgt dagegen ein Digital-Investment nach dem anderen. Zuletzt übernahmen die Berliner die Mehrheit an dem App-Hersteller Runtastic. Die Aktie beflügelte jedoch vor allem der Verkauf der Traditionstitel Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost oder der Hörzu an die Funke-Gruppe für fast eine Milliarde Euro. Seit Januar haussiert das Papier um 35 Prozent.

RTL Group: +44 %

Furioses Comeback nach der Kursflaute vor dem deutschen Börsengang: Als die RTL Group auch an der Frankfurter Börse debütierte, sah es nach dem IPO eines trägen Giganten aus. Die Bertelmann-Tochter hatte gerade eine üppige Dividende von insgesamt 10,50 Euro (5,10 + 5,40 Euro) ausgeschüttet, während der Gewinn im Vorjahr gar zweistellig geschrumpft war.

Für 55,50 Euro wurden RTL-Aktien Anfang Mai angeboten – ein lukrativer Einstiegspreis, wie der Blick zurück ein halbes Jahr später deutlich macht. Bei mehr als 78 Euro notierten die Papiere des Privatfernsehen-Pioniers am Freitag – auf Jahreshoch! 44 Prozent konnten Anleger damit in rund fünf Monaten einstreichen. Lohn der Rallye: Im September stieg die RTL Group in den MDax auf.  

ProSiebenSat1: 53 % 

Es gibt Stoffe, aus denen Börsenträume sind. Bei sage und schreibe 88 Cents notierten die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 vor viereinhalb Jahren. Wer sich in jenen Tagen die P7S1-Aktie ins Portfolio gelegt und bis heute durchgehalten hat, blickt auf einen der bemerkenswertesten Kursaufschwünge der vergangenen Jahrzehnte zurück.

Aus weniger als einem Euro wären heute mehr als 33 Euro geworden – und das nach Abzug seiner Sonderdividende von nochmals stolzen 5,65 Euro im Juli. Selbst den schrittweisen Rückzug der Private Equity-Investoren verkraftete das MDax-Mitglied bislang ohne sichtbare Blessuren.

Erst Anfang September platzierten KKR und Permira ein großes Paket über 25 Millionen Aktien in Höhe von 800 Millionen Euro bei institutionellen Anlegern. Die hätten sich sogar nochmals über Kurszuwächse freuen können – seit Jahresbeginn beträgt das Plus satte 53 Prozent, die Sonderdividende nicht mal mitgerechnet.

Sky: + 62 %

Auch der Turnaround-Traum eines Stadtnachbarn lebt weiter: Sky verzückt Aktionäre weiter mit schneller steigenden Abonnentenzahlen als erwartet – und seit vergangenen Jahr mit einem operativen Plus.

Im abgelaufenen Quartal rückte der Bezahlfernsehsender, an dem Medientycoon Rupert Murdoch mehrheitlich beteiligt ist, unterm Strich bis auf ganze 900.000 Euro an den Breakeven heran. Aktionäre rechnen im kommenden Geschäftsjahr offenkundig mit nachhaltigen Gewinnen und schickten die Sky-Aktie seit Jahresbeginn schon wieder um 62 Prozent in Höhe.

Xing: + 91 %

So sieht ein Gewinner aus, mit dem wohl keiner gerechnet hatte. Lange, sehr lange sah es so aus, als hätten Aktionäre von Xing ihre aufregendste Zeit an der Börse hinter sich, nachdem Burda im vierten Quartal des vergangenen Jahres ein Pflichtangebot über 44 Euro erteilt hatte, das die seinerzeit schwächelnde Xing-Aktie in Richtung eben dieses Gebots beförderte.

Danach passierte erst mal monatelange nichts. Dann im Frühsommer der Kursausbruch, der bis heute kaum an Dynamik eingebüßt hat. Binnen weniger Wochen zog die Xing-Aktie um mehr als 50 Prozent an. Der Grund: Wieder einmal machten Übernahmegerüchte die Runde: LinkedIn könnte als Käufer auf den Plan treten, war aus Anlegerkreisen zu hören.

Stemmen könnten die Amerikaner den Zukauf problemlos – eine Übernahme würde auf dem aktuellen Kursniveau nur vier Prozent des gegenwärtigen Börsenwertes in Dollar betragen. Burda hätte mit seiner Mehrheitsbeteiligung ein Bombengeschäft gemacht. Aktionäre, die seit Jahresbeginn dabei sein, auch: Ihr Kursplus beträgt seit Januar satte 91 Prozent.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige