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Mittermeier schimpft über „Volldeppen“-TV

Der Medienjunkie ist genervt von den Medien: Mit seinem ersten Programm “Zapped” begann 1996 der Aufstieg von Michael Mittermeier. Einem Comedian, der allzu gern Kurioses aus der Welt des Fernsehens für die Zuschauer zum Besten gab. Doch 17 Jahre später scheint der gebürtige Bayer genug zu haben. Im Interview mit Focus Online zu seinem neuen Programm “Blackout” spricht Mittermeier über das Dilemma des deutschen "Volldeppen"-TV und warum das US-Fernsehen ihm den Rang abläuft.

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Gefragt nach seiner Meinung zum deutschen Fernsehprogramm gibt sich der Comedian ernüchtert: “Ehrlich gesagt, schaue ich nicht mehr so viel deutsches Fernsehen. Einfach, weil es langweilt.” Vor allem US-Serien würden dem TV-Programm hierzulande den Rang ablaufen: “Während das Ausland tolle Serien produziert, schauen wir uns Menschen in der Wüste an (RTL-Serie „Wild Girls“, Anm.d.R.), die das Klischee eines weißen Kolonial-Volldeppen bedienen.” Es sei schlichtweg peinlich, auf diese Weise in eine andere Kultur einzugreifen.
Die Ursache für das Problem sieht der Comedian bei den Senderverantwortlichen. Die hätten den Umschwung verpasst. Was er damit meint, geht wohl in dieselbe Richtung, wie sich schon vor einigen Wochen der Schauspieler Kevin Spacey zum Dilemma des angeblich modernen TV-Programms äußerte.. Auf dem internationalen Fernsehfestival in Edinburgh hielt der Oscarpreisträger eine beeindruckende Rede über den Wandel im Fernsehgeschäft, die Macht der Zuschauer und forderte die TV-Macher auf, mehr Wagnisse einzugehen: "Die Leute sind zu faul. Man muss seinen Hintern hochbekommen und sich umschauen." Vor allem solle man das Publikum entscheiden lassen, wie es wann und wo Inhalte konsumiere.
Allerdings hätte das deutsche Fernsehen auch Geschichten zu erzählen, meint Mittermeier weiter. Man müsse sie nur ins Fernsehen bringen. “Jemand muss einfach mal die Eier dazu haben. Die schönen Sendungen laufen dann versteckt um 3.27 Uhr im Nachtprogramm.”

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