Nur 960.000 sahen die Fernsehpreis-Gala

Minusrekord mit Ansage: Die von Sat.1 im Spätprogramm versendete Verleihung des Deutschen Fernsehpreises war der erwartete Zuschauerflop. Nur 960.000 Leute sahen zu - so wenige wie nie zuvor. Der Marktanteil lag bei unschönen 6,2%, im jungen Publikum bei ebenfalls schwachen 7,7%. Nicht geschadet hat RTLs "Supertalent" die Klitschko-bedingte Verlegung auf den Freitag. Im Gegenteil: Mit 6,06 Mio. Zuschauern gab es den Tagessieg und über 1 Mio. mehr als beim Staffelauftakt vor einer Woche.

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Hier sind die 5 Dinge, die Sie über die Quoten vom Freitag wissen müssen:

1. Deutscher Fernsehpreis ohne Zuschauer-Interesse
Der bisherige Minusrekord von 1,34 Mio. Sehern bei der Fernsehpreis-Gala stammte ebenfalls von Sat.1: Vor vier Jahren saßen so wenige vor den Fernsehern – damals noch um 20.15 Uhr. Die Marktanteile waren diesmal mit den 960.000 Zuschauern einen Tick besser, doch das Wort "besser" ist bei Werten von 6,2% und 7,7% wohl zu positiv. Dabei wurde die Gala nicht zum ersten Mal später als 20.15 Uhr ausgestrahlt. 2003 begann RTL um 21.15 Uhr, 2010 Das Erste sogar um 21.45 Uhr. Trotzdem sahen in beiden Jahren 4 Mio. und mehr zu – was 2010 sogar für einen Marktanteil von 18,3% reichte. Dennoch: Wenn Sat.1 die Gala nun ohne Not, nur um um 20.15 Uhr nicht unterzugehen, erst in der Nacht versendet, stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Verleihung – zumindest als TV-Sendung – überhaupt noch Sinn macht.

2. "Supertalent" legt kräftig zu
Jubelstimmung dürfte am Samstagmorgen bei den RTL-Verantwortlichen herrschen. Die einmalige Verlegung des "Supertalents" auf den Freitag, weil am Samstagabend ein Klitschko-Kampf den Sendeplatz blockiert, tat der Castingshow richtig gut. Mit 6,06 Mio. sahen über 1 Mio. Leute mehr zu als beim Staffelauftakt vor sechs Tagen, der Marktanteil kletterte von 16,8% auf 20,4%. Auch im jungen Publikum gewann "Das Supertalent" natürlich den Tag – von 2,75 Mio. 14- bis 49-Jährigen wuchs die Zuschauerzahl innerhalb von sechs Tagen auf 3,41 Mio. – von einem Samstags-Marktanteil von 27,3% sogar über die 30%-Marke auf 31,3%.

3. ProSieben punktet mit Superhelden, Sat.1 auch um 20.15 Uhr schwach
Trotz des "Supertalents" kann auch ProSieben absolut zufrieden mit seinen 20.15-Uhr-Zahlen sein. Immerhin 1,69 Mio. 14- bis 49-Jährige entschieden sich für "Thor" – ein guter Marktanteil von 15,6%. "The Dark Knight" sahen ab 22.30 Uhr noch 1,07 Mio. (16,5%). Schwach war um 20.15 Uhr hingegen schon Sat.1: Die Actionkomödie "Kiss & Kill" fand nur 760.000 junge Interessenten – 7,0%. RTL II erreichte mit "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" um 20.15 Uhr nur blasse 5,7%, um 22.20 Uhr mit "American History X" hingegen starke 10,8%. Bei Vox ging "Law & Order: Special Victims Unit" ab 20.15 Uhr mit zwei Folgen und 3,4% und 4,3% völlig unter, bei kabel eins schalteten noch weniger Leute "Unforgettable" ein – 2,8% um 20.15 Uhr, 2,5% um 21.10 Uhr.

4. ZDF-Krimis schlagen ARD-Komödie
Hinter dem "Supertalent" gab es im Gesamtpublikum einen Zweikampf zwischen den ZDF-Krimis "Der Alte" und "Lette Spur Berlin" auf der einen Seite und der ARD-Komödie "Weniger ist mehr" auf der anderen Seite. Am Ende setzte sich das ZDF  relativ knapp durch. So sahen 4,86 Mio. (16,1%) "Der Alte", 4,35 Mio. (14,7%) danach die "Letzte Spur Berlin", Das Erste kam mit "Weniger ist mehr" auf 4,31 Mio. und 14,3%. Über dem Soll landeten also alle drei Programme. Apropos über dem Soll: Da findet sich auch wieder die "heute-show", die um 22.40 Uhr 2,96 Mio. Leute (13,8%) einschalteten. Besonders im jungen Publikum ist sie weiter ein großer Erfolg – diesmal mit 1,07 Mio. 14- bis 49-Jährigen, 12,0% und Platz 8 in den Tages-Charts als stärkstem öffentlich-rechtlichen Programm.

5. Starker Start für Super RTLs "Dragons", schwacher für WDR-"Heimatabend"
Zwei Neustarts gab es am Freitagabend auch. So zeigte Super RTL um 20.15 Uhr die ersten vier Folgen der Animationsserie "Dragons – Die Reiter von Berk", die aus dem Kinofilm "Drachenzähmen leicht gemacht" hervor ging und die ab Samstag auf ihrem regulären täglichen Sendeplatz um 19.15 Uhr zu sehen ist. Die Vorab-Premiere in der Freitags-Prime-Time sahen 420.000 14- bis 49-Jährige – ein für Super RTL toller Marktanteil von 3,9%. Damit sahen auch mehr Erwachsene als Kinder zu – dort durften noch 310.000 3- bis 13-Jährige zuschauen (22,6%). Wenig erfolgreich verlief hingegen der Start der neuen WDR-Reihe "Heimatabend" mit Porträts von zehn NRW-Städten. Für Bonn interessierten sich zum Auftakt nur 500.000 Leute und ganze 40.000 14- bis 49-Jährige – miese Marktanteile von 1,7% und 0,4%.

Die Top 20 der meistgesehenen Sendungen bei den 14- bis 49-Jährigen und die "5 Dinge" der vergangenen Tage finden Sie wie immer hier.

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